Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Bezirk Imst

Weiterhin dicke Luft in Stams wegen Heizwerk

BH untersagt Betrieb ohne sanierte Filteranlage. GR Thaler sieht sich durch Behörde bestätigt. BM Gallop ortet politischen Aktionismus.

Dieses Foto zeigt die Rauchschwaden des sanierungsbedürftigen Heizwerks, welches sich hinter dem Kloster in Stams befindet und am 1. Mai 2019 von GR Peter Thaler fotografiert wurde.

© ThalerDieses Foto zeigt die Rauchschwaden des sanierungsbedürftigen Heizwerks, welches sich hinter dem Kloster in Stams befindet und am 1. Mai 2019 von GR Peter Thaler fotografiert wurde.



Von Thomas Parth

Stams – Die Abgase des Stamser Heizwerks, an welches beinahe alle Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen wie Schulen sowie Betriebe angeschlossen sind, sind einigen Anrainern ein Dorn im Auge, die TT berichtete. Es hat mehrere Messungen gegeben, wobei GR Peter Thaler kritisiert, dass für das 20 Jahre alte Werk in Stams noch immer die alte Betriebsanlagengenehmigung gilt. Damit würden überholte Abgasgrenzwerte hingenommen. Ein Elektrofilter, ein höherer Schornstein sowie eine Harnstoffeinspritzung zum Entzug von Stickstoff seien heutzutage Standard, so Thaler.

Mittlerweile fand ein Lokalaugenschein durch technische Sachverständige der BH Imst, Amtsärztin, Anlagenbauer, Gemeinde- und Eigentümervertreter sowie Anrainer statt. „Markus Moser von der BH Imst hat sich nach Vorlage der Messergebnisse für eine umgehende Sanierung der Filteranlage ausgesprochen. Und zwar nach aktuellem technischen Stand“, informiert GR Peter Thaler, welcher als Anrainervertreter an der Besprechung teilgenommen hat. Nach dieser Ankündigung Mosers sei eine Diskussion darüber entstanden, wie lange eine Sanierung dauern werde. „Die Behörde stellte weiters klar, dass man das Werk nicht ohne neue Filteranlage betreiben dürfe. Falls man für die Errichtung bis zum Winter braucht, müssen die Betreiber auf eigenes wirtschaftliches Risiko auf Heizöl umsteigen, um die Anlage überhaupt betreiben zu dürfen“, zeigt Thaler auf. Der Gemeindemandatar fühlt sich nun in seinen Bemühungen um eine Reduktion der Abgase und Feinstaub, verursacht durch das Heizwerk in seiner Nachbarschaft, bestätigt.

BM Franz Gallop, welcher auch als Geschäftsführer des Heizwerks im Ort fungiert, sei stets darum bemüht gewesen, dass das Werk ordnungsgemäß arbeite. „Wir haben laufend Verbesserungsmaßnahmen gesetzt, um die Emissionen zu drosseln, damit die Werte passen“, stellt Gallop klar. Er sei der Letzte, der daran interessiert sei, dass das Heizwerk unrund laufe. „Bereits vor einem Jahr haben wir beschlossen, das Werk und die Filteranlage zu sanieren. Dafür hat es Materialtests und Gutachten gegeben“, beteuert Gallop. Was Thaler mache, sei „rein politisch motiviert“.

Gallop, in seiner Funktion als Geschäftsführer, sowie dem Stift Stams, als Mehrheitseigentümer, sei klar, dass bis Jahresende eine Lösung fixiert sein muss. „Wir wollen einen Kondensator plus Elektrofilter einbauen. Das muss aber eine kluge Lösung sein, für die wir noch etwas Zeit brauchen“, hofft Gallop auf ein Einsehen der Behörde, was die Sanierungsfrist betrifft.

Bezirkshauptmann Raimund Waldner lobt die Einsicht der Betreiber, die Anlage zu sanieren. Ihm wird heute ein Sanierungskonzept vorgestellt. „Wir haben im Vorfeld ein beschleunigtes Behördenverfahren zugesagt, um möglichst rasch alle Beteiligten zufrieden zu stellen“, bestätigt Waldner im TT-Telefonat.




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