Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Bezirk Landeck

Dreiländerregion Landeck fest im Griff der Schützen

Zum großen Maximilian-Festakt der Tiroler Schützen am 3. August werden auch die Landeshauptleute Platter und Kompatscher erwartet.

„Generaldecharge. Hoch an. Feuer!“, heißt es beim Festakt im Beisein der Landeshauptleute Platter und Kompatscher am 3. August in Landeck. Danach wird die Maximilianausstellung auf Schloss Landeck eröffnet.

© Wenzel„Generaldecharge. Hoch an. Feuer!“, heißt es beim Festakt im Beisein der Landeshauptleute Platter und Kompatscher am 3. August in Landeck. Danach wird die Maximilianausstellung auf Schloss Landeck eröffnet.



Landeck – „Er hat die Grenzen Tirols fixiert, die 400 Jahre lang gültig waren“, sagt Bildungsoffizier Gerhard Gstraunthaler von der Schützenkompanie Landeck über Maximilian I. (1459–1519). „Auch Osttirol und das Pustertal kamen zu Tirol, das sich bis 1919 von Kufstein bis Riva und Ala erstreckte.“ Monatelang hat sich Gstraunthaler auf Spurensuche gemacht. Speziell interessiert haben ihn Dokumente, welche die Reisen Maximilians am „Oberen Weg“ zum Inhalt haben.

Der „Obere Weg“ ist die mittelalterliche Handelsroute zwischen den Handelszentren Mailand und Augsburg. Die Strecke, teils identisch mit der Via Claudia, führte über das Wormser Joch (heute Umbrailpass), Glurns, Reschenpass, Fernpass, Ehrenberg und Füssen. Aus den entstaubten Schriftstücken konzipierte der Bildungsoffizier die Ausstellung „Auf den Spuren von Maximilian I. von 1494 bis 1518“, die von 4. August bis 22. September auf Schloss Landeck zu sehen sein wird. „Ich habe versucht, Maximilian in den weltpolitischen Kontext zu stellen“, resümiert Gstraunthaler. Spektakulär sei zum Beispiel die Heirat Maximilians mit seiner zweiten Frau gewesen, mit Maria Bianca Sforza (1472–1510) aus Mailand. „Er hat sie in einem Tross mit 600 Pferden über das Wormser Joch und über den Reschen nach Tirol geführt.“ Aber auch Kriege, etwa die Calvenschlacht 1499, führten ihn in die heutige Dreiländerregion Landeck, Vinschgau und Engadin. „Übernachtet hat er auf Schloss Landeck, Naudersberg und im Pfundser Turm.“ Den Pfundsern habe er einen Taufstein geschenkt.

Bildungsoffizier Gerhard Gstraunthaler hat die Ausstellung auf Schloss Landeck konzipiert.
Bildungsoffizier Gerhard Gstraunthaler hat die Ausstellung auf Schloss Landeck konzipiert.
- Wenzel

Höhepunkt des Maximilianjahres aus Schützensicht wird der Festakt am 3. August ab 18 Uhr am Platz vor der Landecker NMS sein. Neben Delegierten aus dem Bund der Tiroler Schützenkompanien werden auch die Landeshauptleute Platter und Kompatscher erwartet. (hwe)