Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 17.06.2019


Landespolitik

„Vertrösten lassen wir uns nicht“

Alarmstimmung herrscht bei der Kramsacher Bürgerinitiative wegen der immensen Frequenz beim Kreisverkehr im Westen.



Von Walter Zwicknagl

Kramsach – „Reagieren statt resignieren“ ist das Motto des Kramsachers Franz Madersbacher, der mit einem Dutzend von Mitstreitern seit zwei Jahren das Verkehrsaufkommen beim Unterberger-Kreisverkehr am westlichen Ortseingang von Kramsach im Auge hat. Und man machte sich schon im Jahr 2017 die Mühe, eine private Verkehrszählung auf die Beine zu stellen, und kam innerhalb von 24 Stunden auf 17.485 Pkw und 940 Lkw. Kaum besser war es an einem Zähltag im November des Vorjahres mit 17.681 Pkw und 898 Lkw. „Die Situation ist unerträglich“, sagt Christine Ascher, die Sprecherin der Bürgerini­tiative, die sich früher „Feinstaubsiedlung an der L47 und L211“ nannte und nun kräftig Rückenwind von Fritz Gurgiser vom Transitforum Aus­tria-Tirol bekommt.

„Aus unserer Sicht muss es eine Lösung geben. Und die liegt in einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern und der Ableitung des Schwerverkehrs auf eine Gewerbestraße“, sagt Christine Ascher. Das Interesse an dieser Problematik war am Freitag jedenfalls groß, als zu einem Informations- und Diskussionsabend der Bürgerinitiative „Xund’s Kramsach“ eingeladen wurde. „Wir lassen uns nicht mehr von Gemeinde, Land, Bund und Asfinag im Kreis schicken“, betonte Thomas Köhlbichler von der Ini­tiative. Erst am Freitag kam es zu einer Sitzung in der BH Kufstein, wo Lösungsvorschläge diskutiert wurden. Vertrösten lasse man sich jedenfalls nicht mehr, lautete der Tenor.

Aufs Tapet kamen Umwegverkehr, der oft zitierte Tanktourismus und die Dauerbeschallung durch eine Firma am westlichen Ortsrand. Der Mediziner Peter Lercher wies drastisch auf die gesundheitlichen Schäden, die Dauerlärm verursacht, hin. „Wenn alle 4,65 Sekunden ein Fahrzeug im Kreisverkehr ist, reicht’s“, sagte ein Mitglied der Initiative. Das Zahlenkonglomerat der Bürgerinitiative bestätigte Andreas Haas von der Polizeiinspektion Kramsach. „Wir sind miteinander unterwegs“, meinte Bürgermeister Bernhard Zisterer. Jedenfalls wolle man ein Schlupfloch für Lkw-Fahrten schließen.