Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.06.2019


Bezirk Schwaz

Bahnhofs-Umbau: Schwazer und Pendler brauchen noch Geduld

Der Schwazer Bahnhof wird um knapp 28 Mio. € barrierefrei umgebaut. Bis zum Bauende 2021 ist aber noch mit Einschränkungen zu rechnen.

So soll ab Mitte 2021 die Personenunterführung beim Schwazer Bahnhof aussehen. Die Bauarbeiten sind gestartet.

© ÖBBSo soll ab Mitte 2021 die Personenunterführung beim Schwazer Bahnhof aussehen. Die Bauarbeiten sind gestartet.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Die Schwazer haben einen langen Atem bewiesen. Schon 2014 hätten am Schwazer Bahnhof für barrierefreie Zugänge an den Bahnsteigen die Bagger auffahren sollen. Vor zwei Jahren hieß es dann, dass die Verträge am Tisch liegen. Doch erst heuer fiel der Startschuss für den Umbau.

Die ersten Vorarbeiten – der Abbruch des Bahnsteiges 4 – begannen im März. „Im Juli starten die Hauptbaumaßnahmen und Mitte 2021 soll alles fertig sein“, sagt ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Hubert Hager. Von der Finanzierung bis zu diversen Überlegungen in Abstimmung mit Stadt und Anrainern habe sich das Projekt immer wieder verzögert, meint Hager. Insgesamt werden 27,9 Mio. Euro investiert.

Die Personenunterführung wird heller und breiter gestaltet. Dabei entstehen durch drei Lifte barrierefreie Zugänge zu allen Bahnsteigen. Das Bahnhofsgebäude bleibt großteils erhalten und wird modernisiert. Zudem sind zeitgemäße Informationsmonitore, witterungsgeschützte Wartekojen und neue Gleisanlagen geplant. Für blinde und seheingeschränkte Menschen werden taktile Leitsysteme installiert. Weiters wird ein neues Technikgebäude errichtet.

BM Hans Lintner strahlte beim Spatenstich übers ganze Gesicht: „Das bedeutet für die Stadt Schwaz und die gesamte Region einen großen Mehrwert.“ Zudem wolle die Stadtgemeinde die Park-&-Ride-Anlage im Baurecht erwerben, um dort mit Ludwig Obwieser das Parkareal zu vergrößern und Studentenwohnungen über den Stellplätzen zu realisieren. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren.

„Obwohl der Bahnhof seine Lage nicht verändert, rückt er mit der verbesserten Verbindung für Fußgänger näher an Vomp heran“, lobt BM Karl-Josef Schubert (Vomp) das Projekt. Er hofft, dass damit mehr Menschen auf Öffis umsteigen. Genau das ist auch das Ziel von LHStv. Ingrid Felipe. Sie nennt es eine „Öffensive“ und erklärt: „Hier sieht man angewandten Klimaschutz. Man legt Menschen ein Angebot, damit sie sich gut und gerne klimafreundlich fortbewegen können.“

Geduld müssen die Schwazer und Pendler aber weiterhin mitbringen. Denn die Bauarbeiten werden einige Einschränkungen mit sich bringen. „Das wird entsprechend ausgeschildert“, sagt Hager. Es gebe auch eine Hotline. „In der ÖBB-App sind alle Umleitungen und Änderungen zu sehen“, weiß Felipe. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Schwaz und Fritzens-Wattens ist von 27. Juli bis 16. August geplant.




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