Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.06.2019


Exklusiv

Willi zu neuem Raumordnungs-Konzept für Innsbruck: „Maßvolles Verdichten“

Der Innsbrucker Gemeinderat beschließt morgen das neue Raumordnungskonzept, das einen Mix aus Neuerschließung und Nachverdichten enthält. Damit können fast alle leben.

Die Stadt Innsbruck wächst. Die größte Herausforderung für die Politik ist das Sicherstellen von leistbarem Wohnraum.

© DaumDie Stadt Innsbruck wächst. Die größte Herausforderung für die Politik ist das Sicherstellen von leistbarem Wohnraum.



Von D. Daum und M. Witting

Innsbruck – Nach „ewigem Herumdiskutieren“ (Zitat BM Georg Willi) gibt es für die Stadt Innsbruck nun ein Örtliches Raumordnungskonzept, das eine Mehrheit im Gemeinderat finden wird. Wenngleich „nicht alle Wünsche erfüllt wurden“, wie Will­i sagt. Läuft alles so ab wie besprochen, beschließen zumindest die Koalitionsparteie­n bei der morgigen Sitzung des Gemeinderats die zweite Auflage des Örtlichen Raumordnungskonzepts (Örok­o). Die umstrittenen Vorbehaltsflächen für sozialen Wohnbau wurden schon im Vorfeld herausgenommen. Damit sind die Grünen bekanntlich abgeblitz­t. „Mehrheitsbeschluss ist Mehrheitsbeschluss. Das ist zu akzeptieren“, sagt Gerhard Fritz, für die Grünen im Bauausschuss. „Deshalb lehnen wir aber nicht das gesamte Raumordnungskonzept ab, das grundvernünftig ist.“

Trotz des eingangs zitierten „ewigen Herumdiskutierens“ sei das neue Öroko nicht verwässert, sondern in vielen Punkten eher geschärft worden, wie Bürgermeister Geor­g Willi betont. Um neue­n (leistbaren) Wohnraum zu schaffen, setzt die Stadt Innsbruck im neuen Öroko auf einen Mix aus Neuerschließung und Nachverdichten. Klar sei, dass man „maßvoll verdichten“ müsse, betont Willi. Dafür geb­e es auch Verständnis in der Bevölkerung, vorausgesetzt, man mache und kommuniziere das gut.

Das sieht Bauausschussobmann Lucas Krackl (Für Innsbruck) ähnlich. „Einstöckige Wohnbauten im Zentrum der Stadt sind kaum zu verantworten. Hier sollte nachverdichtet werden. Es muss ja nicht gleich ein Hochhaus daraus werden“, spricht sich auch Krackl für Augenmaß beim Verdichten aus. Neue Bauflächen sind indes zwischen Hötting West und Krane­bitten vorgesehen.

Massive Kritik am neuen Öroko kommt von der FPÖ, die trotz der Herausnahme von Vorbehaltsflächen noch „massive Eingriffe in Eigentumsrechte“ ortet und gar von „Raumordnungskommunismus“ spricht. Die im Öroko festgehaltene „Sicherung eines möglichst hohen Anteils an gefördertem und förderungsnahem Wohnbau“ gehe die Stadt nichts an und sei Sache der Eigentümer, erklärt FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel. Ebenso kritisch wird die Verbauung zwischen Kranebitte­n und Hötting West gesehen. Die FPÖ wird wohl geschlossen gegen das Öroko stimmen.

Bürgermeister Georg Willi wünscht sich, dass das Land Tirol das Raumordnungskonzept bis Mitte September genehmigt.