Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.06.2019


Osttirol

Matrei plant Verkauf von Großflächen

Der Gemeinderat behandelt am 26. Juni Grundverkäufe von mehr als 152 Hektar. Und Andreas Köll will neue Kredite aufnehmen.

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© Oblasser



Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. – Beim Durchsehen der Tagesordnung für die kommende Matreier Gemeinderatssitzung am 26. Juni findet sich ein Tagesordnungspunkt, wie es ihn schon unzählige Male gegeben hat. Unter Punkt 20 steht: „Ermächtigung des Bürgermeisters zur Aufnahme eines Girokontenkredites [...] in Höhe von 600.000 Euro“. Ein Ansuchen um aufsichtsbehördliche Genehmigung soll (und muss) gestellt werden. Als Alternative ist die Aufnahme eines Girokontenkredits in Höhe von „nur 300.000 Euro“ angeführt. Auch hier soll eine aufsichtsbehördliche Genehmigung beantragt werden.

Dass diese erfolgt, ist sehr unwahrscheinlich. Denn die Marktgemeinde Matrei ist finanziell so in Schieflage geraten, dass das Land einen absoluten Sparkurs verordnet hat. Genehmigungen für neue Girokontenkredite wurden schon einmal versagt. „Der Marktgemeinde Matrei in Osttirol ist seitens des Landes Tirol mehrmals schriftlich sowie mündlich mitgeteilt worden, dass sie angehalten ist, einen strengen Budgetpfad einzuhalten“, heißt es dazu aus der Gemeindeabteilung in Innsbruck. Die Abteilung Gemeinden und die Bezirkshauptmannschaft Lienz würden die Gebarung in Matrei laufend überwachen.

Den Bürgermeister Andreas Köll ficht das nicht an. „Beantragen können wir das jederzeit, so wie andere Gemeinden auch. Es ist ja im Tagesordnungspunkt vermerkt, dass wir um eine aufsichtsbehördliche Genehmigung ansuchen werden.“

Ein anderer Punkt am 26. Juni behandelt den Verkauf von Grundstücken. Dazu gehören Flächen in Kienburg oder auch im Bereich des Kleinen Zunig bzw. des Buntköpfls. Mehr als 152 Hektar sind betroffen. Die meisten Grundstücke sollten im Zuge von Tauschverträgen zum Einsatz kommen, so erklärt es Köll: etwa für ein mögliches regionales Gewerbegebiet oder für eine geplante Talabfahrt im Skigebiet Goldried. „Wir haben die Verkäufe jetzt erst einmal ausgeschrieben, die Ergebnisse werden im Gemeinderat präsentiert“, sagt er.