Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.06.2019


Bezirk Schwaz

Hofer erweitert in Schwaz, andere wandern

Der Lebensmittelhändler baut in Schwaz aus und will zusätzliche Parkplätze. Gemeinderat findet Kompromiss.

(Symbolfoto)

© HOFER(Symbolfoto)



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Was da beim Bauausschusses der Stadt Schwaz landete, bereitete so manchem Mandatar großes Kopfzerbrechen. Nach zehn Jahren laufen die Verträge beim Hofer-Areal im Schwazer Osten aus. Und die Pläne des Diskonters riefen zu Beginn jede Menge Kritik hervor. Denn es ging wieder einmal um ein mittlerweile altbekanntes Streitthema in Schwaz: Parkplätze.

Bauausschussobmann GR Philipp Ostermann-Binder (VP) erklärte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass Hofer beabsichtige, sich dort zu vergrößern. Neben mehr Produkten wolle man aber auch mehr Stellplätze anbieten. Denn die Erschließung zum oberirdischen Parkdeck sei eher schwierig. „Wir standen also vor der Wahl: entweder die Vergrößerung mit der Auflage, den Parkraum weiterhin auch zu überbauen, oder – da Hofer sich nicht im Stande sieht, ansonsten zu bleiben, und keinen Nachnutzer gefunden hat – das Areal brach liegen zu lassen“, sagte Ostermann-Binder. Leerstehende Geschäftsflächen wollte man im Bauausschuss nicht. Wohnraum über dem Lebensmittelgeschäft habe das Unternehmen ausgeschlossen. Daher sollen künftig zwar weitere Stellplätze direkt vor dem Geschäft entstehen, aber auch das Parkdeck solle erweitert werden.

„Wir waren anfangs sehr kritisch. Doch das Projekt hat sich dann doch so verändert. Obwohl Geschäfte abwandern, entstehen durch die Vergrößerung des Hofermarktes neue Arbeitsplätze“, sagte Grünen-StR Viktoria Gruber. Zudem sei ihr wichtig, dass Parkraum dort geschaffen werde, wo schon versiegelter Boden sei und man nicht neue Flächen versiegle.

Für Vizebürgermeister Martin Wex (VP) ist eines klar: „Der Handel ist im Wandel.“ Er sieht Ketten wie etwa Hofer vermehrt durch den Onlinehandel unter Druck. Er stellte auch klar, dass man die anderen Firmen am Areal nicht rauswerfe, sondern sie „auf Grund fehlender Nachfrage“ abwandern.

Laut Ostermann-Binder soll das Nebengebäude (wo bis dato drei Geschäftsflächen untergebracht sind) abgerissen werden. „Dann wird Hofer um etwa ein Drittel erweitert und die Erschließung ins Obergeschoß mit einer neuen Treppe und einem Lift wird ebenso gemacht, damit das Parkdeck besser angebunden und genutzt wird“, erklärt er. Auf der restlichen frei gewordenen Fläche entstehen Stellplätze. „Diese Oberflächenparkplätze werden aber alle überbaut mit weiteren Stellplätzen vom Parkdeck“, sagt Ostermann-Binder. Auch ihm sei wichtig, dass man keine neuen Flächen für Parkraum versiegle. Daher habe man bei der Erweiterung des Geschäfts nicht nur im Erdgeschoß, sondern auch im Obergeschoß das Parken vorausgesetzt. „Weil sonst würden Flächen für den Parkraum verschwendet“, sagt Ostermann-Binder. So könne man die Fläche doppelt nutzen.

Trotz dreier Gegenstimmen wurde der Bebauungsplan am Hofer-Areal dementsprechend von der Mehrheit des Gemeinderates geändert.