Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.06.2019


Innsbruck

„Brauchen Downhill-Strecke im Süden von Innsbruck“

Trotz Verbots sind auch am Paschberg zahlreiche Freerider unterwegs. Stadt und Forstamt wollen einen neuen Anlauf für einen legalen Trail starten.

Das Verbot am Paschberg nehmen nicht alle Biker ernst.

© Denise DaumDas Verbot am Paschberg nehmen nicht alle Biker ernst.



Von Denise Daum

Innsbruck – Der Paschberg zwischen Innsbruck und Igls mit dem Lanserköpfl ist ein beliebtes Erholungsgebiet für die Bevölkerung im Großraum Innsbruck. Wenngleich sich im Süden der Stadt die Nutzungskonflikte nicht ganz so dramatisch zuspitzen wie auf der Nordkette, kommt es auch hier immer wieder zu unangenehmen Begegnungen zwischen Fußgängern und Freeridern. Trotz Downhill-Verbots.

Für den zuständigen Vizebürgermeister Franz Gruber ist das Problem um illegale Trails ein altbekanntes. „Es gibt von Seiten der Stadt seit vielen Jahren Bemühungen, rund um den Lanserkopf ein legales Angebot zu schaffen, um hier Nutzungskonflikte zu vermeiden. Es scheitert aber bedauerlicherweise an den Grundeigentümern“, erklärt Gruber. Er ist überzeugt, dass das „Geheimnis der Zukunft“ generell in einer geordneten Nutzerlenkung liegt. Deshalb will Gruber auch nicht aufgeben und an der Sache dranbleiben: „Politik ist das Bohren harter Bretter.“

Gleichzeitig nimmt er die Biker in die Pflicht, sich an die bestehenden Regeln zu halten. „Die Radler müssen ihr Verhalten schon ein bisschen ändern, sonst wird das Verständnis gegenüber ihren Forderungen noch kleiner“, sagt Gruber.

Für eine legale DownhillStrecke im Süden der Stadt spricht sich auch Albuin Neuner vom Innsbrucker Forstamt aus. „Wir brauchen dringend ein entsprechendes Angebot.“ Das Freeriden gänzlich zu unterbinden, sei unmöglich. Genauso wenig könne die Forstaufsicht das Verbot exekutieren. „Wir haben keine Möglichkeit, die Identität der Biker festzustellen.“ Sie anzuhalten, sei in der Praxis kaum durchzuführen. Was aber sehr wohl funktioniere, sei das Lenken von Downhillern. „Am Beispiel des ,Arzler Alm Trails‘ sehen wir, dass das funktioniert. Der Lenkungseffekt wurde sogar wissenschaftlich belegt.“

Handlungsbedarf sieht Neuner nicht nur am Paschberg, sondern auch in höheren Lagen rund um die Mittelgebirgs­almen, wo „ständig neue illegale Trails entstehen“.

Neuner ist jedenfalls dafür, die Gespräche mit den Grundeigentümern wieder aufzunehmen und einen neuen Vorstoß für eine Einigung zu wagen.