Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Bezirk Reutte

Zweifel über Realisierung eines Hotelprojekts werden weniger

Beim Reuttener Klosterareal gibt es neben der Gemeinde nun weitere Interessenten für den Kauf von Teilflächen, teilen die Franziskaner mit.

Kein Einsatz von Glyphosat im öffentlichen Raum, keine Verwendung von Pestiziden generell. Reuttes Gemeinderat war einer Meinung.

© Mittermayr HelmutKein Einsatz von Glyphosat im öffentlichen Raum, keine Verwendung von Pestiziden generell. Reuttes Gemeinderat war einer Meinung.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – „Ich glaube, die Glaubwürdigkeit ist jetzt etwas gestiegen.“ Das Resümee des Reuttener Bürgermeisters Alois Oberer in der vergangenen Gemeinderatssitzung war immer noch nicht gänzlich von Zweifeln befreit. Wie ein Kaugummi zieht sich ein Hotel- und Appartementprojekt am Lech seit Jahren. Allerdings wurde nach langen Pausen immer wieder ein weiterer Schritt Richtung Realisierung gesetzt. Nun soll es endlich so weit sein. Der Unterländer Manuel Geiger präsentierte den Mandataren die geplanten „Design Economy Hotel und Residenzen“ der französischen Arcus Gruppe am Linz Textil Areal oberhalb des ehemaligen Datarius-Gebäudes. In den so genannten Residenzen, „die löffelfertig übergeben werden“, sollen 16 Einheiten zwischen 33 und 58 m² entstehen. Die Preise reichen von 158.000 bis 300.000 Euro. Diese Zweitwohnsitze sollen auch touristisch genutzt werden – die Besitzer sie also zur Vermietung freigeben, wenn sie selbst nicht in Reutte sind. Geiger: „Wir wollen keine kalten Betten. Die Infrastruktur des Drei­-Sterne-plus-Hotels, das in der ersten Bauphase parallel errichtet werde, soll ja mitgenutzt werden. Geplant sind 75 Zimmer und 39 Gästesuiten. Die Arbeiten seien ausgeschrieben. Gestartet könne noch heuer werden, wenn genug Residenzen verkauft seien.

Manuel Geiger präsentierte die Pläne zu einer neuen Hotelanlage am Lech in Reutte.
Manuel Geiger präsentierte die Pläne zu einer neuen Hotelanlage am Lech in Reutte.
- Mittermayr

Oberer informierte die Gemeinderäte, dass es in Bezug auf das Angebot der Marktgemeinde an die Franziskaner für den Erwerb einer Teilfläche des Klostergartens und Paulusheims nun drei weitere Interessenten gebe. Das habe ihn Provinzial Oliver Ruggenthaler wissen lassen. Die Franziskaner wollen die Offerte der Siedlungsgesellschaften nun erst einmal prüfen und sich dann wieder melden.

Reutte verzichtet schon länger auf den Einsatz von Glyphosat und untermauerte dies mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss. Mit der Teilnahme an der Aktion „Natur im Garten“ werde generell ohne Pestizide gearbeitet, freute sich Umweltausschuss­obmann Helmut Hein. Unkraut werde im Markt mechanisch, vor allem mit Heißdampf, bekämpft.

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- Mittermayr Helmut