Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Bezirk Kufstein

Deutsches Eck: „Tarif-Lücke muss geschlossen werden“



Nicht akzeptabel ist für die Tiroler NEOS und die FPÖ die Tatsache, dass VVT und ÖBB für die Lücke im Tarifsystem betreffend Schüler- und Lehrlingsfahrten über das Deutsche Eck keine Lösung erzielen konnten. „In einem Europa der Reisefreiheit, der freien Wahl von Ausbildungs- und Arbeitsstätten darf es so etwas nicht geben. Ich fordere den VVT-Geschäftsführer nachdrücklich auf, in Zusammenarbeit mit den ÖBB diese ?Lücke im Tarifsystem' schnellstmöglich zu beheben. Es muss Schülerinnen und Schülern sowie Lehrlingen eine kostengünstige und für sie finanzierbare An- und Rückreise ermöglicht werden", fordert NEOS-Verkehrssprecher LA Andreas Leitgeb. Die Zuständigkeit an den Bund zu schieben, gelte als Ausrede nicht. Im kommenden Landtag wolle man dazu einen Antrag einbringen. „Zumindest muss mittels einer pauschalen Fahrtkosten-Förderung unter die Arme gegriffen werden", so Leitgeb.

FPÖ-Jugendsprecher Chris­tofer Ranzmaier ortet politisches Versagen hinter der Misere und nimmt LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) in die Pflicht. „Wenn uns der VVT erklärt, dass es sich hierbei um eine bundesweite Problematik handelt, deren Lösung von allen Bundesländern getragen werden muss, dann erwarte ich mir auf Basis der Entschließung des Tiroler Landtags, dass die zuständige Landesrätin unaufgefordert den nächsten Schritt geht und damit auch die Verkehrsreferentenkonferenz sowie die Bundespolitik befasst", so Ranzmaier. Am 27. März begrüßte der Tiroler Landtag per Entschließungsantrag einstimmig die Bemühungen der Landesregierung, gemeinsam mit dem VVT sowie den ÖBB bundesländerübergreifende Fahrten mit dem VVT-SchulPlus-Ticket und dem VVT-LehrPlus-Ticket inklusive Nutzung der Züge auf der DB-Korridorstrecke zwischen Kufstein und Salzburg zu ermöglichen.

„Dass die zuständige grüne Landesrätin Felipe nun VVT und ÖBB vorschickt, um das negative Ergebnis zu verkünden, wo doch eigentlich sie auf dem Verhandlungsweg das Scheitern zu verantworten hat, ist eine reine Frotzelei", ätzt Ranzmaier. (TT)