Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Fahrverbote

Neue Fahrverbote bis Ende der Woche in Ausarbeitung

Landesexperten evaluieren heute die Maßnahmen im niederrangigen Straßennetz. Die Lkw-Sperre zu Billig-Tankstellen kommt mit Verspätung.

In Kufstein verstopfen insbesondere Mautflüchtlinge die Straßen. Speziell für den Verkehr von und zu den Skigebieten sollen Dosierampeln her.

© MaderIn Kufstein verstopfen insbesondere Mautflüchtlinge die Straßen. Speziell für den Verkehr von und zu den Skigebieten sollen Dosierampeln her.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Am Freitag könnte es so weit sein. Und das Land die bereits angekündigte Ausweitung der erst vergangene Woche erlassenen Maßnahmen zur Eindämmung des Maut- und Stau-Ausweichverkehrs auf dem niederrangigen Straßennetz auch in den Bezirken Kufstein und Reutte verkünden. Auf Basis der von den Verkehrsplanern im Landhaus aufbereiteten Zahlen und Daten soll die Landesregierung bis Freitag alle Unterlagen und Entscheidungshilfen am Tisch haben, um ein neues Entlastungspaket an den Start zu schicken.

Denn die Bezirke Kufstein und Reutte leiden bereits um einiges länger an einem überhandnehmenden Urlauber-Reiseverkehr. Da nach nur wenigen Stautagen durch die Dörfer insbesondere des Mittelgebirges nun gleich für die Wochenenden des gesamten Sommers rigorose Fahrverbote für den Großraum Innsbruck von den Bezirkshauptmannschaften erlassen wurden, sehen die dortigen Bürgermeister und auch die verkehrsgeplagte Bevölkerung die Landesregierung umso mehr in der Bringschuld.

Während für Kufstein, wie bereits teilweise aus dem Landhaus bestätigt wurde, ein Mix aus Fahrverboten und neuen Dosierampeln (zur besseren Regulierung des Pkw-Verkehrs aus und in die Skigebiete über den Eiberg) in Betracht gezogen wird, könnte für die Fernpassstraße in Reutte unter anderem ein temporäres Abfahrverbot in die angrenzenden Dörfer verhängt werden, wie zu hören ist. Offen ist noch, ob auch die Brennerstraße im Wipptal in einem zweiten Schritt in den Maßnahmenkatalog aufgenommen wird. Wie berichtet, ist sie derzeit nicht von den Pkw- (und Motorrad-)Fahrverboten an den Wochenenden erfasst. Möglich ist, dass – wenn überhaupt – zunächst eine Dosierampel den Verkehr regulieren könnte. Als geeigneter Standort hierfür wird stets der Bereich Mutters/Gärberbach genannt.

Bereits heute kommt es im Landhaus zur Evaluierung des vergangenen ersten Fahrverbotswochenendes zwischen Polizei, Verkehrsplanern und der Abteilung Verkehrsrecht. So hat die erhoffte lückenlose Einspeisung der Fahrverbote durch die Navi-Betreiber laut dem Leiter der Verkehrspolizei, Markus Widmann, noch „Verbesserungspotenzial“.

An einer anderen Verbotsfront wurde der Startschuss nun etwas nach hinten verlegt. Das Pilotprojekt für temporäre Lkw-Fahrverbote von den Autobahnen (Innsbruck-Süd; Wattens) zu den Billig-Dieseltankstellen in Fritzens und Mutters – die TT berichtete – ist nun für den 15. Juli avisiert. Ursprünglich war der 1. Juli geplant gewesen. Bernhard Knapp, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht, sagt, dass man noch auf das Okay aus dem Verkehrsministerium warte. Vereinbart war, dass beide Körperschaften rechtlich Vorsorge treffen. Das war noch mit Ex-Minister Norbert Hofer (FP) paktiert. Tirol könnte diese Fahrverbote wenn nötig auch selbst erlassen.