Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Bezirk Landeck

Malserstraße in Landeck: Fahrverbot soll Verkehrsproblem lösen

In der Malserstraße soll ein allgemeines Fahrverbot kommen, das nur den Anrainerverkehr ausnimmt. Kritik gibt es an fehlenden Kontrollen.

Die ÖVP Landeck will in der Malserstraße ein allgemeines Fahrverbot, Anrainerverkehr ausgenommen.

© ReichleDie ÖVP Landeck will in der Malserstraße ein allgemeines Fahrverbot, Anrainerverkehr ausgenommen.



Von Matthias Reichle

Landeck – Schnellfahrer, die in der Nacht durch die Malser­straße brettern sollen, Lenker, die das Fahrverbot am Frischemarkt ignorieren und die Absperrung frech auf die Seite rücken oder klappernde Kanaldeckel, die Anrainer aus dem Schlaf reißen: Immer wieder soll es in der Malserstraße Probleme geben. Vor einem Jahr wurde im Zentrum von Landeck eine Begegnungszone ausgewiesen – seither gilt dort eine 20er-Beschränkung. Aber nicht alle halten sich an die Regeln.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag reichten ÖVP und SPÖ Anträge ein, um das Zentrum zu entlasten. VP-Vizebürgermeister Thomas Hittler will ein Fahrverbot für alle Kraftfahrzeuge in der Begegnungszone – ausgenommen ist der Anrainerverkehr. „Der schließt nicht nur die Anlieger ein, sondern alle, die in der Straße etwas zu erledigen haben – egal, ob sie zur BTV müssen oder einen Kuchen essen gehen“, betont er gegenüber der TT. „Wir werden das am 8. Juli im Ausschuss behandeln. Es braucht einen Gemeinderatsbeschluss“, so Hittler – Ziel sei aber, das Fahrverbot bis Oktober durchzuführen.

SPÖ-Gemeinderat Marco Lettenbichler brachte seinerseits den Antrag ein, die Kontrollen in der Malserstraße zu intensivieren – vor allem am Frischemarkt –, um jene, die Regeln missachten, aus dem Verkehr zu ziehen. Fehlende Kontrollen kritisierten sowohl die SPÖ als auch FPÖ, die sich zudem eine bessere Beschilderung wünschte, um den Verkehr richtig zu lenken, wie FP-Stadtrat Roland König erklärte. Verärgert zeigte sich die SPÖ, weil ihr Antrag für eine temporäre Sommerfußgängerzone, die im März eingereicht worden war, nicht zur Abstimmung kam. „Statt über den Vorschlag zu reden, lässt man den Sommer vorbeigehen“, so SP-Gemeinderat Manfred Jenewein. „Man kennt die Probleme seit Monaten.“

Bei den Maßnahmen gehen die Meinungen auseinander. Ein Nachtfahrverbot (Anrainer ausgenommen) kann sich die SPÖ vorstellen, Hittler ist kein Befürworter. Auch zur Sommerfußgängerzone sagt er: „Die ist derzeit nicht gewünscht“ – außerdem hätte die SPÖ kein Begleitkonzept vorgelegt. Jenewein seinerseits will sich den neuen Vorschlag der ÖVP anschauen. Lettenbichler stellt es sich schwierig vor, das allgemeine Fahrverbot umzusetzen. „Es muss klar geregelt werden, wann gestraft wird, die Frage ist, wie man das definiert und exekutiert.“

„Man wird nicht jeden erwischen“, glaubt Hittler, aber man werde die, die nur durchfahren, ausmachen – dazu braucht es stärkere Kontrollen. Dass die Überwachung zu lax gewesen sei, dem widersprach nicht nur Bürgermeister Wolfgang Jörg in der Sitzung – „man kann nicht 24 Stunden kontrollieren“ –, sondern auch Hittler: „Es wurden genug Strafzettel ausgestellt.“

Zwei Beschlüsse wurden hingegen gleich umgesetzt. Einstimmig wurde die Parkzeit am Innparkplatz von eineinhalb auf zwei Stunden verlängert. Mit Gegenstimmen der FPÖ beschloss der Gemeinderat außerdem ein Linksabbiegeverbot von der äußeren Malserstraße in die Begegnungszone. „Alles, was wir verordnen, ist für die Fisch, wenn wir es nicht kontrollieren und sich niemand daran hält“, so König.