Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Bezirk Imst

Gletscher-Zusammenschluss Ötztal-Pitztal bleibt Politikum

Eine Grundsatzdiskussion entzündet sich erneut an der Gletscherehe Ötztal-Pitztal. FPÖ und Grüne nehmen hier konträre Positionen ein.

Nachdem in der vergangenen Woche bereits Naturschutzverbände den Linken Fernerkogel in das Ruhegebiet „Ötztaler Alpen“ integrieren wollten, äußern sich nun grüne und blaue Parteivertreter zur Gletscherehe.

© Vincent Sufiyan/WWFNachdem in der vergangenen Woche bereits Naturschutzverbände den Linken Fernerkogel in das Ruhegebiet „Ötztaler Alpen“ integrieren wollten, äußern sich nun grüne und blaue Parteivertreter zur Gletscherehe.



Von Thomas Parth

Ötztal, Pitztal – Die Imster Bezirkssprecherin der Grünen, Dorothea Schumacher, schießt sich verbal auf das „Monsterprojekt“ eines Gletscherzusammenschlusses Ötztal-Pitztal ein. Sie geht davon aus, dass der Druck auf die Seilbahner Hans Rubatscher (GF Pitztal) und Jakob Falkner (GF Ötztal) weiter zunehmen werde. „Immer mehr Menschen wird klar, dass wir nicht weitermachen können wie bisher. Die Klimakrise erfordert ein Umdenken. Am liebsten wäre mir, sie würden das Projekt ganz zurückziehen. Eine Redimensionierung ist aber das Mindeste.“ Schumacher: „Die Megatrends zeigen, dass Menschen immer mehr die Natur in ihrer Ursprünglichkeit erleben möchten.“ Tirol habe „so viel zu bieten – ohne umweltzerstörende Megaprojekte“.

Der jüngste Vorstoß einiger Naturschutzorganisationen, das Projekt zu Fall zu bringen, stößt bei der FPÖ des Bezirks Imst auf „tiefes Unverständnis“. Abseits einer zwingend nötigen und umfassenden Betrachtung würden einzelne Teilaspekte in den Vordergrund gezerrt und versucht, mit Hypothesen Argumente zu formulieren, die den komplexen Tatsachen nicht gerecht würden, so die Kritik. Unter dem Deckmantel des Natur- und Umweltschutzes werde die unverzichtbare Entwicklung einer Region und die Sicherung der Lebensgrundlage ihrer Menschen bekämpft. „Wir fordern als FPÖ des Bezirkes Imst eine faire und somit ganzheitliche Betrachtung des Zusammenschlusses“, appelliert Johann „Giovanni“ Grüner, FP-Bezirksobmann. Die derzeit nahezu täglichen Staus auf der Zufahrt ins hintere Ötztal würden durch die teilweise Verlagerung des Verkehrs ins Pitztal deutlich geringer werden, argumentiert Grüner, selbst Hotelier in Sölden.

„Der Zusammenschluss darf nicht mehr durch Scheingefechte verzögert werden“, so Grüner abschließend.