Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 30.06.2019


Pflege

Liste Fritz fordert Kinderbetreuung im Altenheim

Altenbetreuer sind gesucht. Um den Wiedereinstieg zu erleichtern, tritt die Liste Fritz für Kinderbetreuung vor Ort ein.

Altenheime sollen Betreuung für Kinder von Mitarbeitern bieten. Jung und Alt finden sich.

© iStockphotoAltenheime sollen Betreuung für Kinder von Mitarbeitern bieten. Jung und Alt finden sich.



Von Alexandra Plank

Innsbruck – Die Tirol Kliniken machen es seit Jahren vor: Der Mitarbeiter-Kindergarten ist hinsichtlich Öffnungszeiten auf die Dienstzeiten des Personals abgestimmt. In einem Antrag an die Tiroler Landesregierung fordert die Liste Fritz nun, das Pilotprojekt „Kinderbetreuung am Arbeitsplatz Altenheim“ anzugehen. Hierfür solle mit dem Gemeindeverband und der ARGE Tiroler Altenheime ein geeigneter Standort im Zentralraum gefunden und ein Finanzierungsmodell ausgearbeitet werden. „Wir würden uns wünschen, dass das Modell tirolweit angeboten werden kann“, erklärt Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz.

Den Bedarf für eine derartige Neuheit in Tirol argumentiert sie damit, dass es gerade in großen Heimen im Zentralraum Innsbruck schwierig sei, genügend Personal zu bekommen. „Der Großteil des Betreuungspersonals ist weiblich, viele Frauen haben Betreuungspflichten, die Dienstzeiten sind sehr speziell. Hier könnte eine maßgeschneiderte Kinderbetreuung ein Anreiz sein.“

Die Idee stamme aus Oberösterreich, erklärt die Klubobfrau der Liste Fritz. In Mauthausen sei das Projekt gestartet worden, um Eltern wieder frühzeitig zurück ins Berufsleben zu bringen. „In der Früh kommen die Eltern mit den Kleinen, mittags können Eltern und betreute Kinder im Heim essen und gemeinsam nach Hause gehen“, erklärt Haselwanter-Schneider. Sie betont auch, dass diese Idee eigentlich nur logisch sei und sich auch in anderen Ländern wie Deutschland bewährt habe.

Doch nicht nur den Eltern sei geholfen, die ihre Kinder gut versorgt wissen, die Kinder sollen auch bestimmte Bereiche des Heimes erobern und mit ansteckendem Kinderlachen erfüllen dürfen. In Tirol gibt es gerade in den vergangenen Jahren sehr viele positive Ansätze für Betriebskindergärten. Auch die Wirtschaftskammer und das Land Tirol gehen mit gutem Beispiel voran. „Wenn wir die Altenheime bei der Kinderbetreuung miteinbeziehen, wäre das für die Gemeinden effizienter“, glaubt die Politikerin.

Für die Integration der Kinderbetreuung in den Arbeitsplatz spricht generell, dass den Eltern auch ein großer organisatorischer Aufwand erspart bleibt. „Ich bin mir sicher, dass viele Mütter dann früher aus der Babypause zurückkehren.“

Auch Familiensprecherinnen anderer Parteien hatten Betriebskindergärten immer wieder als vielversprechendes Zukunftsmodell angepriesen. Alljährlich werden in Tirol die familienfreundlichsten Betriebe gekürt. Wer einen Podestplatz erklimmen will, muss einiges bieten: flexible Arbeitszeiten, Hilfe für Wiedereinsteigerinnen, attraktive Teilzeitmodelle. Als Idealfall wird auch hier die Einrichtung eines Betriebskindergartens angeführt.