Letztes Update am So, 30.06.2019 07:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NR-Wahl 2019

Tiroler Grüne ziehen mit Barbara Neßler in die Nationalratswahl

Die Tiroler Grünen ziehen mit Barbara Neßler in die Nationalratswahl im September. Die 28-Jährige setzte sich gegen Stefanie Gartlacher durch. Die VP und NEOS müssen ihre Listen erst fixieren.

Die 28-jährige gebürtige Vorarlbergerin und Innsbrucker Gemeinderätin Barbara Neßler.

© Foto TT/Rudy De MoorDie 28-jährige gebürtige Vorarlbergerin und Innsbrucker Gemeinderätin Barbara Neßler.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Nichts wurde es gestern bei der Landesversammlung der Grünen in Innsbruck mit der im Vorfeld erwarteten Kampfabstimmung zwischen der Innsbrucker Gemeinderätin Barbara Neßler und dem Ex-Landtagsvizepräsidenten Hermann Weratschnig um den ersten Platz auf der Landesliste für die Nationalratswahl am 29. September. Denn Weratschnig hatte es sich kurzerhand anders überlegt – und stieg erst für den zweiten Listenplatz ins Rennen.

Eine Ankündigung, die jedoch ein Großteil der Vollversammlung lauthals bedauerte und Weratschnig doch zum Duell mit Neßler pushen wollte. Vergeblich. „Wir brauchen kein Duell um Platz eins“, winkte Weratschnig ab. Die Sympathien schienen dennoch gestern klar verteilt. Zum Solo konnte Neßler trotzdem nicht ansetzen. Zunächst für Platz zwei angetreten, ließ sich Stefanie Gartlacher zum Kampf um Platz eins umstimmen.

„Geradlinigkeit und Aktionismus haben uns einst in den Nationalrat gebracht. Und genau das wird es auch sein, damit wir mit frischem Wind wieder dort hineinkommen“, gab sich Neßler betont kämpferisch. Die Chancen stünden gut: „Wir sind nicht mehr allein mit unserem kompromisslosen Einsatz für eine intakte Umwelt.“

Und doch reichte es für Neßler mit 51,2 Prozent letztlich nur haarscharf – mit 66 und damit drei Stimmen mehr – zum Sieg gegen Gartlacher (63 Stimmen). Weratschnig siegte indes mühelos und ohne Stichwahl mit 61,3 Prozent im fünfköpfigen Rennen um Platz zwei. Er gab sich optimistisch: „Ich will mit euch das zweite Mandat und 15 Prozent schaffen.“

Die Zahl zwei wurde dann auch vom Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi als Ziel ausgegeben. „Wir werden es doch wohl schaffen, wieder mit zwei Tiroler Mandaten im Nationalrat vertreten zu sein.“ Nach dem Wahldebakel 2017 und dem Rauswurf aus dem Nationalrat habe man viel gelernt. Das betonte auch LHStv. Ingrid Felipe. Gerade für den Klimaschutz werde es drastische Maßnahmen brauchen. Dafür sei die Akzeptanz der Bevölkerung vonnöten, so Felipe: „Ich möchte nicht, dass wir oberlehrerhaft oder gar autoritär werden.“

Während somit Grüne, SPÖ und FPÖ ihre Landesspitzenkandidaten bereits fixiert haben, steht dies bei ÖVP und NEOS noch aus. Dass Ex-Ministerin Margarete Schramböck in Tirol auf Platz eins der ÖVP kandidieren wird, gilt als ausgemacht, offiziell muss dies der Landesparteivorstand erst noch absegnen.

Die NEOS werden sich erst in den kommenden Tagen entscheiden.