Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Bezirk Kufstein

Wohnungsvergaben in Wörgl: Referent kam unter Beschuss

Wie objektiv sind Wohnungsvergaben in Wörgl? Diese Frage wurde bei der Gemeinderatssitzung aufgeworfen.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Unverständliche Zurückreihung, Einflussnahmen von Gemeinderäten – was da am Dienstagabend bei der Wörgler Gemeinderatssitzung an Vorwürfen erhoben wurde, ließ ein äußerst schiefes Licht auf den Wohnungsvergabeausschuss fallen. Ausgelöst wurde die Diskussion samt nachfolgender emotionaler Stellungnahme von Sozialreferent SPÖ-NR Christian Kovacevic (Liste Wechner) von einem Antrag der bürgerlichen Listen Team Wörgl, ÖVP und Junge Wörgler Liste (JWL) sowie der Grünen. Man wolle die Protokolle der Sitzung, da „die Abwicklung von Wohnungsansuchen intransparent verläuft“. Auslöser seien „vermehrt Anfragen der Bürger bezüglich einer ordnungsgemäßen Wohnungsvergabe“ gewesen. Das Zurücksetzen von Wohnungssuchenden auf der Warteliste ohne deren Verständigung sei ebenso kritisiert worden „wie das Punktesystem und die Wohnungsvergabe an Nicht-Wörgler“, wie Gemeinderat Michael Riedhart (JWL) erklärte.

Kovacevic konterte schließlich mit scharfen Worten. Man gehe mit großer Sorgfalt im Ausschuss vor. „Es sind bis auf JWL und Grüne auch alle darin vertreten.“ Und Kovacevic holte noch weiter aus: „Eventuell haben manche noch Zeiten in Erinnerung, wo Gemeindewohnungen nach irgendwelchen persönlichen Bekanntschaften vergeben worden sind.“

Er forderte schließlich die restlichen Mandatare auf, nicht für Wohnungswerber zu intervenieren, „das ist nicht hilfreich“, meinte er. Und kritisierte sogar „politischen Druck“, der auf das Bürgerbüro ausgeübt werde. Und es liege in der Natur der Sache, dass es bei Wohnungsvergaben auch Verlierer gebe, die dann mit der Entscheidung hadern. Bürgermeisterin Hedi Wechner in Richtung Kovacevic: „Du kannst den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten nicht das Recht absprechen, dass sie Fragen stellen.“

„Wir wollen dem Ausschuss nichts vorwerfen, sondern nur die Protokolle“, meinte abschließend Grünen-Gemein­derat Richard Götz trocken.




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