Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Bezirk Schwaz

Neue Garage soll Schwazer Innenstadt beleben

Eine Tiefgarage im Schwazer Zentrum soll die Anlieferung für Betriebe erleichtern und das Sanieren von Wohnungen verlockender gestalten. Stellplätze sind dort rar. Aber an der Umsetzung hapert’s noch sehr.

Zahlreiche Wohnungen in der Schwazer Innenstadt sollen leer stehen. Einer Sanierung stehe oftmals der fehlende Parkraum im Weg.

© Archivfoto: FankhauserZahlreiche Wohnungen in der Schwazer Innenstadt sollen leer stehen. Einer Sanierung stehe oftmals der fehlende Parkraum im Weg.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Das eine ist leer und das andere übervoll: Es treffen zwei leidige Diskussionsthemen in Schwaz aufeinander, wenn Bürgermeister Hans Lintner von den Plänen für eine Tiefgarage in der Innenstadt spricht.

Während die Stadtpolitik in letzter Zeit für viel Wirbel wegen der Ausweitung der Kurzparkzone, Plänen für ein Parkhaus am Königsfeld und einigen Parkflächenumgestaltungen sorgte, ist es in der Innenstadt ruhig geworden. Hier siedelt ein Geschäft ab, dort eröffnet ein neues. Laut BM Lintner habe man die Leerstände im Griff bzw. gut gefüllt. „Manche Geschäftsflächen fluktuieren eben öfter“, meint er. Das größere Problem sieht Lintner beim Verkehr in der Innenstadt. Die Betriebe brauchten eine gute Zufahrt für Belieferungen. „Auf der anderen Seite gibt es das Bedürfnis – wie etwa beim Blauen Haus – die Häuser in der Innenstadt bei einer Sanierung zu unterstützen. Es ist wichtig, dass die Franz-Josef-Straße besiedelt wird, nur so schaffen wir eine lebendige und bewohnte Innenstadt“, sagt Lintner.

Doch dazu fehle der nötige Parkraum. Dieser Punkt ist auch beim Blauen Haus bisher nicht geklärt und löste im Gemeinderat bereits hitzige Debatten aus – die TT berichtete. Laut Lintner gibt es das Ansuchen für Oberflächenstellplätze im hinteren Bereich, „bis eine Tiefgarage kommt“. Lintner hätte nämlich gerne eine Zentralgarage für die Innenstadt. Eine grobe Planung gebe es bereits. Sie solle südlich der Franz-Josef-Straße entstehen, mit einer Erschließung über die Wopfnerstraße und einem Fußgängerzugang über die Fuggergasse, wo die Stadt bereits ein Gebäude für diesen Zweck erworben habe. Auch die Möglichkeit für einen Zusammenschluss mit der Stadtgarage solle es geben. Bis zu etwa 220 Stellplätze könnten dort auf bis zu zwei Ebenen entstehen. „Aber es gibt noch keine Zustimmung aller benötigten Grundeigentümer“, sagt Lintner. Die Zentralgarage rückt also in weite Ferne.

Auf die Frage, ob denn nicht genug Platz für die Anwohner der Innenstadt in der direkt angrenzenden Stadtgarage sei, entgegnet Lintner: „Derzeit fallen dort aufgrund der Umbauarbeiten viele Stellplätze weg. Zusätzliche Parkplätze zu vermieten, würde die Frequenz zur Innenstadt durch Besucher einschränken.“ Es stelle sich die generelle Frage: Versorgt man mit dieser Tiefgarage die Innenstadtbewohner oder die Innenstadtbesucher? „Das gehört im Gemeinderat mal ausführlich diskutiert“, meint Lintner.

Es sind aber noch zwei weitere Tiefgaragen im Zentrum in Planung. Zum einen im oberen Bereich der Franz-Josef-Straße, wo die Volksschule Hans Sachs ausgebaut werden soll. Dort gibt es Überlegungen, hinter der Buchhandlung Tyrolia die zusätzlichen Klassenräume und den Turnsaal inklusive Wohnungen und Tiefgarage zu errichten. Die Stadt liebäugelt damit, dass der Grundbesitzer baut und man sich dann einmieten könne. Zum anderen will nächstes Jahr auch die Raika in der Innsbrucker Straße mit dem Bau einer Tiefgarage starten.




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