Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Innsbruck-Land

Biolabels wollen sich in früherer Schule in Hall ansiedeln

Die Stadt Hall möchte die ehemalige NMS Europa für künftige Vermietungen adaptieren. Interessenten gibt es bereits, entschieden ist aber noch nichts.

Über 1,6 Mio. Euro netto dürfte es Schätzungen zufolge kosten, die ehemalige NMS Europa in Hall „vermietungsfähig“ zu machen.

© DomanigÜber 1,6 Mio. Euro netto dürfte es Schätzungen zufolge kosten, die ehemalige NMS Europa in Hall „vermietungsfähig“ zu machen.



Hall – Seit Eröffnung des neuen Schulzentrums steht das Gebäude der ehemaligen NMS Europa in der Haller Bachlechnerstraße leer. Die Stadt will den Komplex in bester Altstadtlage nun für künftige Vermietungen sanieren und adaptieren. Dienstagabend vergab der Gemeinderat – gegen die Stimmen von „Für Hall“ und Grünen – die Planungsleistungen samt Bauaufsicht und Baustellenkoordination um 91.000 Euro.

Eine erste Kostenschätzung für den Umbau liegt bei immerhin 1,622 Mio. Euro netto. „Das Gebäude ist baulich in gutem Zustand“, sagte BM Eva Posch (VP) zur TT. „Aber allein die Sanierung der Kastenfenster kostet geschätzt 300.000 Euro.“ Nötig seien u. a. auch eine Ertüchtigung der E-Installationen, ein Lift, die Erneuerung von Sanitäranlagen und Beleuchtung oder die Bildung von Brandabschnitten.

„Das Gebäude soll für Büros und Dienstleistungen vermietet werden“, erklärte Vize-BM Werner Nuding (VP), der die Sitzung in Abwesenheit von BM Posch leitete. Unter den Interessenten sei eine Gruppe aus dem Biosektor (Bioalpin, Bio Austria, BIKO), die ein „Bio-Kompetenzzentrum“ errichten wolle . „Sie würden ca. 450 m2 benötigen, für weitere Bio-Institutionen bräuchte es zusätzliche Flächen.“ Auch ein Therapeut habe schon Interesse angemeldet.

StR Barbara Schramm-Skoficz (Grüne) kritisierte die Vorgangsweise: „Wir sollten uns zuerst mit allen Fraktionen zusammensetzen und uns einig werden, was wir mit dem Gebäude machen wollen.“ Ähnlich Ersatz-GR Ruth Langer (Für Hall): „Die Stadt sollte sich vorher Vorgaben zurechtlegen, was sie da drin haben will“ – so seien etwa auch ein Nahversorger oder eine Übersiedlung der öffentlichen Bücherei diskutiert worden – „und die räumliche Planung dann darauf abstimmen.“

„Es geht hier nur um eine Grundsatz-, nicht um eine Detailplanung, die Vorgangsweise ist völlig richtig“, konterte StR Hans Tusch (VP). Außerdem handle es sich ja nicht um einen Neubau, ergänzte Nuding. Und: „Wir haben noch mit niemandem verhandelt geschweige denn etwas abgeschlossen. Wir brauchen jetzt aber eine Planung, um zu schauen, was wir aus dem Haus machen können.“

GR Julia Schmid (SPÖ) mahnte ein, dass unbedingt auch Flächen für die Allgemeinheit – für Kinder und Jugendliche, Vereine, die Kultur etc. – erhalten bleiben sollten „und nicht alles fremdvermietet wird“. Grüne und Für Hall schlossen sich dem an. Genau solche öffentlichen Flächen fordern auch Haller Bürger, die sich in den Entwicklungsprozess um das „Marktanger“-Areal eingebracht haben. Laut Nuding werde u. a. über einen konsumfreien Raum und „eine Art Bistro in Selbstverwaltung“ nachgedacht. (md)