Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


Bezirk Imst

6800 Bäume und Sträucher machen Bezirk Imst klimafit

300.000 Euro werden in den kommenden drei Jahren für das Anlegen von „Waldinseln“ in 13 Imster Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Der Dorfchef von Karres, Willi Schatz, Andreas Pohl und Katrin Eisenstecken von der Bundesforstinspektion Imst und Manuel Flür vom Verein Regio Imst (v. l.) präsentierten in Karres eine von 80 Imster Waldinseln.

© PaschingerDer Dorfchef von Karres, Willi Schatz, Andreas Pohl und Katrin Eisenstecken von der Bundesforstinspektion Imst und Manuel Flür vom Verein Regio Imst (v. l.) präsentierten in Karres eine von 80 Imster Waldinseln.



Von Alexander Paschinger

Karres, Imst – „Da muss man was tun“, sagt Willi Schatz, der Bürgermeister von Karres. Die Kiefern an der Südseite des Tschirgant würden immer dürrer. Eine Entwicklung, die der neue Chef der Bezirksforstinspektion, Andreas Pohl, ebenfalls kennt. „Wir haben ein verstärktes Absterben der Kiefern am Tschirgant – allein mit dem Ausräumen ist das nicht erledigt.“ Der Wald sei angesichts der Klimaveränderung „labiler und geschwächter“ – das biete auch Raum für Schädlinge wie etwa den Borkenkäfer. Früher lag der Schadholzanteil im Bezirk Imst bei rund acht bis zehn Prozent – „mittlerweile liegen wir bei 38 Prozent, wobei 18 Prozent durch Schädlinge befallen sind“.

Das Ganze sei „noch kein Katastrophenszenario, aber wir müssen langfristig denken“, erklären Pohl und seine Mitarbeiterin Katrin Eisenstecken das Projekt „Zukunftsfitte Landschaftselemente“, das im Mai mit EU-Förderung im Bezirk Imst gestartet wurde. 80 „Waldinseln“ in 13 Gemeinden – allesamt im talnahen Erholungsraum – werden mit 6800 Bäumen und Sträuchern besetzt, die sich auch gegenüber der Klimaerwärmung behaupten können.

„In diesen Inseln pflanzen wir Baumarten, die sich an die neuen klimatischen Bedingungen besser anpassen können“, erläutert Eisenstecken. Dazu gehören für sie „etwa die Eiche, der Bergahorn und die Weißtanne“.

Diese Inseln sind mit einem zwei Meter hohen Zaun umgeben, der gut zehn bis 15 Jahre bestehen und die jungen Pflanzen gegen Wild schützen soll. Eine Eiche könne erst nach ungefähr 50 Jahren Samen zur Reproduktion tragen. Die Waldinseln von heute werden daher erst in einigen Jahrzehnten ihre richtige Funktion erfüllen können. „Wir sind mit dem Projekt sicher nicht zu früh dran“, erklärt Eisenstecken. Außerdem geht es um die Bekämpfung von neu eingewanderten Pflanzen (Neophyten) wie etwa dem Springkraut.

Neben dem Wald werden auch dessen Ränder und Erholungsplätze für die Bevölkerung in das Projekt einbezogen, betont Manuel Flür vom EU-Regio-Verein Imst.