Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Bezirk Imst

Vorderes Ötztal: Erste Bewährungsprobe für den Beirat Zukunft

Ein gemeinsamer Antrag der Bürgerbewegungen mahnt die Projektwerber, endlich ihre Ideen und Gedanken zu präsentieren.

Der „Beirat Zukunft“ solle sich mehr mit der Zukunft befassen, als „Vergangenheitsbewältigung“ zu betreiben, so die Forderung der Antragsteller. Die Projektwerber mögen nun ihre Ideen präsentieren.

© ParthDer „Beirat Zukunft“ solle sich mehr mit der Zukunft befassen, als „Vergangenheitsbewältigung“ zu betreiben, so die Forderung der Antragsteller. Die Projektwerber mögen nun ihre Ideen präsentieren.



Von Thomas Parth

Oetz – Auf der Homepage www.dynamoetz.at, dem digitalen Sprachrohr von „Lebenswertes Ötz“, wurde ein Antrag an den Beirat Zukunft verlautbart, in dem die Erarbeitung eines Strategiepapiers eingefordert wird.

Nach dem Scheitern des Zusammenschlusses Hoch­oetz-Kühtai über die Feldringer Seite wird bekanntlich im Beirat darüber diskutiert, wie die Region Vorderes Ötztal „nachhaltig und naturverträglich in die Zukunft“ gehen soll. Genau dieses Ziel sieht man nun in Gefahr.

Von den Gegnern des Zusammenschlusses über die Feldringer Böden wird befürchtet, dass, statt einen Neustart zu wagen, lediglich „Vergangenheitsbewältigung“ betrieben werde. Sie fordern von den Projektwerbern, Touristikern und Wirtschaftsvertretern, bei der nächsten Beiratssitzung am 23. Juli ihre Ideen und Pläne für die Zukunft offenzulegen. Es sei „allerhöchste Zeit, über konkrete Maßnahmen oder zumindest über Visionen für die Zukunft zu sprechen, um nicht unnötig Zeit und Geld zu verschwenden“.

Neben den Vertretern der Bürgerbewegungen setzen auch Gemeinderäte aus Oetz, Silz und Haiming ihren Namen unter den Antrag: „Langfristig gesehen möge der Beirat zur Absicherung der eigenen Nachhaltigkeit ein Strategiepapier erarbeiten, das den drei Gemeinden als Memorandum überreicht werden kann.“

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Bernhard Stecher von „Lebenswertes Ötz“ zum Antrag: „Persönlich meine ich, dass die Projektbetreiber nun ihre Ideen vorstellen sollen, von denen sie glauben, dass sie realisierbar sind.“

Dem Silzer Gemeindevorstand und Betriebsleiter der Bergbahnen Kühtai, Wilhelm Mareiler, sind die Forderungen sowie der Antrag auf dynamoetz.at nicht unbekannt. Er selbst sei nicht gefragt worden, ob er unterzeichnen wolle. „Ein Memorandum an die Gemeinderäte war von Anfang an das Ziel des Beirates“, so der Seilbahner: „Im Übrigen handelt es sich beim Beirat um einen Prozess, in dem wir bislang aufmerksam zugehört haben. Dasselbe würde ich mir auch wünschen, wenn wir jetzt an der Reihe sind und unsere Punkte vorbringen.“

In der offiziellen Stellungnahme der „tourismusaffinen“ Teilnehmer des Beirates ist zu lesen, dass man davon überzeugt sei, „dass die Anliegen aller diskutierenden Seiten eine gemeinsame Basis haben – nämlich die Sorge um das Wohlergehen künftiger Generationen.“

Weiters legen die Touristiker ein Bekenntnis ab: „Wir benötigen, um wirtschaftlich bestehen zu können, gleichzeitig in Maßen eine Weiterentwicklung. In den Sitzungen des Beirats Zukunft haben wir dargelegt, dass wir diese Entwicklung im Sinne der Ökologie und der Wirtschaftlichkeit anstreben. Dass der Weg dorthin ein anspruchsvoller sein würde, war uns bewusst. Wir hoffen, dass dieses Bewusstsein bei allen am Prozess Beteiligten vorhanden ist.“ Man sei sich der Verantwortung für wirtschaftliche Wertschöpfung, Arbeitnehmer und Natur bewusst, firmiert die Aussendung BM Hansjörg Falkner.