Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Südtirol

Zwei Jahre Gefängnis drohen: Durnwalder beruft gegen Haftstrafe

Luis Durnwalder ruft das Kassationsgericht in Rom an.

© APA (Archiv)Luis Durnwalder ruft das Kassationsgericht in Rom an.



Jahrelang wurde verhandelt, gestern fällte das Oberlandesgericht in Trient einen Schuldspruch: Der ehemalige Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Durnwalder wird vorgeworfen, Gelder aus seinem Sonderfonds für Trinkgelder, Spenden bei Festen, Schützen oder Musikkapellen nicht rechtmäßig verwendet zu haben.

Der Altlandeshauptmann bestreitet seit Jahren die Vorwürfe, das von ihm privat vorgestreckte Geld sei penibel gegenverrechnet worden. Durnwalder hat darüber minutiöse Aufzeichnungen geführt. Ursprünglich wurde vom Gericht eine Summe von mehr als 500.000 Euro angeführt, doch bis auf 100.000 Euro war alles schon verjährt. Durnwalders Verteidiger Gerhard Brandstätter meldete umgehend Berufung beim Kassationsgericht in Rom an. Wird der Schuldspruch bestätigt, droht Durnwalder Gefängnis, weil Bewährung bei einer Haftstrafe über zwei Jahre nicht möglich ist. (TT)