Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 14.07.2019


TT-Cafe

Platter: „Beim Verkehr bleibt Tirol auf der Bremse“

Das TT-Café in Landeck erwies sich einmal mehr als gemütlicher Treffpunkt für Kommunikation. LH Platter ließ keine Zweifel an seinem verkehrspolitischen Kurs.

TT-Chefredakteur Alois Vahrner interviewte LH Günther Platter: Die Verkehrspolitik stand im Mittelpunkt.

© ReichleTT-Chefredakteur Alois Vahrner interviewte LH Günther Platter: Die Verkehrspolitik stand im Mittelpunkt.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Das Wetterglück stand auf der Seite der TT-Frühstückstour, die gestern Station in Land­eck machte. Gegen 8.30 Uhr regnete es, wenig später kämpfte sich die Sonne durch. Somit konnte Moderatorin Denise Neher kurz nach 9 Uhr zahlreiche TT-Leserinnen und -Leser zum gemütlichen Frühstück begrüßen.

Über die Theke des Service-Teams wanderten 1500 Stück Gebäck aus der Hofer Backbox, 2100 Tassen Kaffee von Wedl/Testa Rossa und 800 Flaschen Tiroler Silberquelle Mineralwasser – gratis für alle Besucher. Nicht fehlen durften die musikalischen Begleiter, die Live-Band Prime Time, die auch im Oberland ihre Fans hat.

Das Thema Verkehr und Verkehrspolitik stand, wie nicht anders zu erwarten, am Beginn des Interviews von TT-Chefredakteur Aloi­s Vahrner mit LH Günthe­r Platte­r – übrigens seit vielen Jahren Stammgast beim TT-Café in Land­eck. Der Landeshauptmann ließ keinen Zweifel an seinem eingeschlagenen Kurs. Im Gegenteil: Er bestätigte den Ausbau des Maßnahmenpakets, etwa die Verschärfung des sektoralen Fahrverbots. „Beim Verkehr bleibt Tirol auf der Bremse. Wir haben große Verantwortung gegenüber der Bevölkerung“, so Platter. An der Lkw-Blockabfertigung und am Pkw-Fahrverbot für Transitreisende führe kein Weg vorbei. Seine Botschaft an die nördlichen Nachbarn: „Wenn der bayerische Löwe brüllt, beeindruckt das den Tiroler Adler nicht.“ Dafür erntete er Zwischenapplaus. Kürzlich sei er vom deutschen Verkehrsminister Scheuer nach Berlin eingeladen worden. Die Art der Einladung sei etwas seltsam. Das Ministerium habe einen Brief an die deutsche Botschaft geschickt – mit dem Ersuchen, ihn einzuladen. „Wozu gibt es eigentlich ein Telefon?“, fragt sich der Chef der Tiroler Landesregierung.

Lieber wären ihm die Gespräche am „Schauplatz“ Kufstein/Kiefersfelden gewesen. Er werde allerdings nur dann zur Sitzung kommen, „wenn sich Experten mit Maßnahmen zur Verkehrsentlastung befasst haben“. Die verkehrspolitischen Herausforderungen würden dafür sorgen, „dass mir in diesem Sommer nicht langweilig wird“.

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Gemse-Wirt und Kulinarik-Botschafter Seppl Haueis bedankte sich „für das tolle Voting“, mit dem er kürzlich in der ORF-Show „9 Schätze, 9 Plätze – so gut isst Österreich“ den zweiten Platz erobert hatte. „Das Echo, das ich mit dem Tiroler Kaspressknödel bekommen habe, war überwältigend. Ich war sehr stolz auf Tirol.“

Haueis fürchtet, „dass noch viele traditionelle Gasthäuser zusperren müssen. Gute Ideen für regionale Wirtshauskultur gebe es viele, „aber die fehlenden Mitarbeiter sind das Problem“.

Landecks Wirtschaftskammerchef Toni Prant­auer griff das Thema Mitarbeiter im Tourismus ebenfalls auf: „Die Tourismus-Gesinnung bei den Einheimischen ist nicht so gut. Aus der jungen Generation wandern viele ab, um zu studieren. Die Folge sind Probleme bei der Betriebsnachfolge.“ Als regionaler Abfallentsorger sagte er: „Bis vor 30 Jahren ist alles in der Müllkippe gelandet. Heute werden bei einem Hausabriss 95 Prozent wiederverwertet.“ Wichtig sei heute klimaschonender Umgang mit den Ressourcen. „Beim Verpackungsmüll muss die Politik umdenken.“

Stadtchef Wolfgang Jörg zog eine positive Bilanz zur 2018 fertig gestellten Begegnungszone in der Malserstraße. „Die Akzeptanz ist hervorragend. Dennoch werden wir evaluieren.“ Er selbst plädiere für eine weitere Reduktion des motorisierten Verkehrs. Im Zuge der geplanten Großbaustelle „Schlossgalerie“ ab 2020 müsse man bei Sprengungen mit Sperren der L76 rechnen. In der übrigen Zeit soll es eine Ampelregelung geben.

Über Neuigkeiten im Katastrophenmanagement konnte BH Markus Maaß berichten: Das neue „katGIS“ (Katastrophenlage-Informationssystem des Landes) sei eine wichtige Ergänzung zur „Lageinformation“ bei Einsätzen. „Damit erledigen sich viele Fragen der Einsatzkräfte.“ Seit den Erdbeben vom April 2015 engagiert sich „Light Ambassador“ Frizze­y für humanitäre Hilfe in entlegenen Regionen in Nepal. Derzeit steckt er mitten in den Vorbereitungen für den nächsten Hilfsein­satz. „Wir verteilen Güter an Orten, wo noch nie Unterstützung angekommen ist.“

Was macht Slalom-Vizeweltmeister Michael Matt im Sommer? – „Von Mai bis August Konditionstraining, jede Woche zehn Einheiten. Danach ist Schneetraining auf Gletscherskigebieten geplant.“ Mentaltraining sei ebenso wichtig wie körperliches Training, sagte Matt. Es gebe zwar Unterstützung, „aber letztlich muss man am Renntag selber alles auf den Punkt bringen“. Seine Lieblingsstrecken, auf denen er in der neuen Saison gerne gewinnen möchte, sind übrigens Kitzbühel, Wengen, Adelboden und Schladming.

„Konsequente Arbeit mit einer Mischung aus Nachwuchstalenten und Routiniers ist das Rezept, mit dem wir den Meistertitel geholt haben“, erläuterte Markus Ferrari, Co-Trainer beim SV Landeck, der in die Landesliga aufsteigt. „Wir möchten in dieser Liga Fuß fassen und stabile Leistungen bringen.“

Bei der abschließenden Verlosung griff Glücksengerl Enja in die Gewinnbox: Fritz Kreiser aus Telfs gewann Dez-Gutscheine im Wert von 300 Euro, Sonja Wolf aus Landeck durfte eine Kaffeemaschine von Wedl/Testa Rossa mit nach Hause nehmen.