Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.07.2019


Bezirk Imst

Bebauungsplan ebnet Weg für Obsteiger Chaletdorf

Gemeinderat beschloss Widmung und Bebauungsplan. Die „Bauern für Obsteig“ verhinderten die Einstimmigkeit in diesem Gremium.

Der Bebauungsplan der Raumplaner Andreas Lotz und Erich Ortner zeigt das Chaletdorf Obsteig südlich der Bundesstraße und liegt noch bis nächste Woche im Gemeindeamt zur Einsichtnahme auf.

© Ortner/LotzDer Bebauungsplan der Raumplaner Andreas Lotz und Erich Ortner zeigt das Chaletdorf Obsteig südlich der Bundesstraße und liegt noch bis nächste Woche im Gemeindeamt zur Einsichtnahme auf.



Von Thomas Parth

Obsteig – Momentan läuft alles nach dem Plan eines Grundbesitzers in Obsteig, der südlich der Mieminger Straße auf der Höhe des Hotels Bergland ein Chaletdorf mit 16 Wohneinheiten errichten will, die TT berichtete. In seiner jüngsten Sitzung hat nämlich der Gemeinderat nicht nur dem überarbeiteten Flächenwidmungsplan, sondern auch dem dafür gewünschten Bebauungsplan mehrheitlich zugestimmt. Enthalten haben sich die Vertreter der „Liste Bauern für Obsteig“, Stefan Rudig und Christian Oberguggenberger.

Für BM Hermann Föger (Liste für Obsteig) sei seine Zustimmung zum Chaletprojekt ein klarer Fall: „Die Alternative wäre wahrscheinlich wieder ein Wohnblock gewesen. Jetzt kommt ein Gewerbebetrieb. Das ist die Hauptaussage.“

Warum der Obsteiger Bürgermeister mit Argusaugen auf zusätzliche Wohnungen in seiner Gemeinde blickt, erklärt sich u. a. durch drei dreijährige Gemeindebürger. Ihnen musste die Gemeinde den Besuch des Kindergartens Holzleiten verwehren. „Bei Dreijährigen ist die Gemeinde nicht dazu verpflichtet, einen Kindergartenplatz zu garantieren, außerdem steht uns nicht ausreichend Platz zur Verfügung“, ist sich Föger bewusst: „Wir erarbeiten gerade, zusammen mit der Dorferneuerung des Landes, ein Konzept. Kindergarten, Hort und Mehrzwecksaal könnten in der Nähe der Schule zusammengelegt werden.“

Und was das Chaletdorf betrifft, so habe es stets eine Flächenwidmung „Mischgebiet“ gegeben, die man nun in „Sonderfläche Chaletdorf“ umgewandelt habe. „Die Umwidmung ist als zusätzliche Auflage an den Bauwerber zu sehen und dient in erster Linie als Sicherheit für die Gemeinde, um Zweitwohnsitze zu verhindern“, erklärt Föger.

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Dieser Argumentation konnte Listenführer Christian Oberguggenberger nicht folgen und begründet seine ablehnende Haltung wie folgt: „Es gibt zwar neben der Widmung einen privatrechtlichen Vertrag, um Zweitwohnsitze zu verhindern. Der ist aber meiner Meinung nach zahnlos. Weiters wurde mehrheitlich das Chaletdorf genehmigt, obwohl Nutzungskonflikte drohen. Der Standort neben der viel befahrenen Hauptstraße und neben dem Gewerbegebiet ist nicht optimal und Lärmprobleme sind dort vorprogrammiert.“

Obendrein kenne man zwar mittlerweile den Projektbesitzer. „Doch wer ist der zukünftige Betreiber des Chaletdorfs?“, hinterfragt Oberguggenberger und gibt selbst gleich die Antwort: „Das steht völlig offen. Für uns war das eine Widmung ins Blaue hinein.“




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