Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Bezirk Landeck

Alter Straßenbauhof Nauders wechselt den Besitzer

Nauders kauft den Straßenbauhof des Landes. Der Stützpunkt der Straßenmeisterei Ried wird neu gebaut und bekommt ein Salzsilo.

Keine Einbahnstraße war der Verkauf des Landesbauhofs an Nauders. Die Gemeinde tauscht ein Grundstück im Gewerbegebiet, das Land kommt somit über eine kleine Umleitung wieder zu einem Stützpunkt.

© ReichleKeine Einbahnstraße war der Verkauf des Landesbauhofs an Nauders. Die Gemeinde tauscht ein Grundstück im Gewerbegebiet, das Land kommt somit über eine kleine Umleitung wieder zu einem Stützpunkt.



Von Matthias Reichle

Nauders – Der Gemeinderat hat den Grundsatzbeschluss bereits Anfang Juli gefasst – wenige Tage später zog auch der Landtag nach. Damit ist es fix. Der alte Landesstraßenbauhof in Nauders wechselt den Besitzer. Das Land tauscht das 1853 Quadratmeter große Areal gegen ein 917 Quadratmeter großes Grundstück der Gemeinde Nauders im Gewerbegebiet. Zusätzlich leistet die Kommune eine Ausgleichszahlung in Höhe von 270.012 Euro – so die Eckdaten des Deals, über den seit mehreren Jahren verhandelt worden war.

„In der nächsten Gemeinderatssitzung wird der Vertrag beschlossen – dann ist es offiziell“, bestätigt Bürgermeister Helmut Spöttl auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Hintergrund ist die Erschließung des neuen Siedlungsgebiets Sandbichl mit 22 Bauplätzen westlich des alten Landesbauhofs – einzige Zufahrtsmöglichkeit war über den bestehenden Stützpunkt der Straßenmeisterei Ried. Man sei deshalb ans Land herangetreten, erklärt Spöttl.

Von einem Vorteil für beide Seiten spricht Bernd Stigger, Leiter des Sachgebiets Straßenerhaltung am Land. Denn auch der alte Landesstraßenbauhof war nicht mehr zeitgemäß. „Er stammt noch aus den 50er-Jahren und war deutlich zu groß, damals waren viel mehr Leute beschäftigt.“ Er übersiedelt zur Gänze und wird im Gewerbegebiet – südlich der Talstation der Bergbahnen – neu errichtet. Und zwar wesentlich kleiner. Start der Arbeiten ist noch im Juli, wie Stigger erklärt. Erweitert wird die Infrastruktur um ein Salzsilo. „Wir hatten in den letzten beiden Wintern die Situation, dass die Straße zwischen Pfunds und Nauders gesperrt war und wir kein Salz mehr hatten. Das passiert so nicht mehr.“ Läuft alles nach Plan, soll das neue Silo bereits in diesem Winter in Betrieb gehen. Der Bauhof soll dann im Frühjahr 2020 fertiggestellt und bereits im Vorfeld mitgenutzt werden. Die Kosten belaufen sich auf 400.000 bis 500.000 Euro, wobei die Ausgleichszahlungen der Gemeinde Nauders in den Neubau fließen.

Der Standort außerhalb der Ortschaft habe auch den Vorteil, dass es im Dorf ruhiger wird, so Spöttl. Gerade im Winter gebe es viele Fahrten in der Nacht. Der alte Straßenbauhof wird bis Jänner 2020 geräumt – bleibt allerdings erhalten und wird von der Gemeinde weiterbewirtschaftet. „Der Gemeindebauhof ist sehr beengt“, so Spöttl. Man benötige Garagen, Abstellflächen sowie Räume für die Mitarbeiter.

Auch mit der Siedlungserweiterung will man zeitnah starten. Das Bauumlegeverfahren soll eingeleitet werden, sobald die Erschließung geregelt ist. Bei Infrastruktur wie Kanal sei bereits Rücksicht genommen worden, so Spöttl.