Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Innsbruck

Gemeinderäte getäuscht? Kofelbahn beschäftigt Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft soll prüfen, ob die Gemeinderäte von der Stadtführung getäuscht bzw. nur unvollständig informiert wurden, damit sie dem Millionenprojekt zustimmen.

GR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck).

© Foto TT / Rudy De MoorGR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck).



Innsbruck - Das Patscherkofel-Desaster wird jetzt auch ein Fall für die Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Die Folge einer Sachverhaltsdarstellung, die der Innsbrucker Gemeinderat Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck) mit Hilfe seines Anwalts Patrick Gaulin eingebracht hat. Der Inhalt: Die Staatsanwaltschaft möge prüfen, ob die Gemeinderäte von der Stadtführung getäuscht bzw. nur unvollständig informiert wurden, damit sie dem Millionenprojekt zustimmen. Konkret geht es dabei um ein Gutachten zur Sanierung der Seilbahn, das vom früheren Kofel-Betreiber Peter Schröcksnadel in Auftrag gegeben und der damaligen Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer zur Verfügung gestellt wurde. Der Hintergrund: Schröcksnadel wollte, dass die Stadt die Sanierungskosten übernimmt.

Und die wären laut der Expertise aus dem Jahr 2013 überschaubar gewesen — der Gutachter empfahl, die alte Kofel-Seilbahn zu modernisieren und mit neuen Gondeln auszustatten. Kosten: etwa 3,5 Mio. Euro. Von einem Neubau der Anlage wurde auch wegen der deutlich höheren Kosten abgeraten. Depaoli wirft jetzt Oppitz-Plörer vor, das Gutachten den damaligen Gemeinderäten vorenthalten zu haben. (TT)