Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.07.2019


Bezirk Kitzbühel

Hallenbäder im Pillerseetal in Diskussion

Der TVB Pillerseetal und die Gemeinden verhandeln über eine Verlängerung des Infrastruktur-Vertrages. Damit rücken die defizitären Hallenbäder wieder in den Fokus

Um das inzwischen Alpensportbad getaufte Hallenbad gibt es wieder Diskussionen.

© WörgötterUm das inzwischen Alpensportbad getaufte Hallenbad gibt es wieder Diskussionen.



Von Harald Angerer

St. Ulrich a. P., Fieberbrunn – Schon seit gut zehn Jahren sorgt das Hallenbad in der kleinen Gemeinde St. Ulrich immer wieder für Diskussionen. Der Abgang der Einrichtung lässt das freie Budget der Gemeinde schmelzen. Über die Jahre hat es viele Versuche gegeben, das Bad zu verbessern oder eine Alternative zu finden. Es wurde sogar einen Bürgerrat im Jahr 2011 eingesetzt, der zwar viele Ideen, aber keine Lösung brachte.

Nun steht das Bad erneut in Diskussion. Der Grund dafür sind die Neuverhandlungen zum Infrastrukturvertrag des Tourismusverband Kitzbüheler Alpen Pillerseetal mit den dazugehörigen Gemeinden Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob, St. Ulrich und Waidring über die Verlängerun­g ihres Infrastrukturvertrage­s. Über diesen wird die touristische Infrastruktur in den Pillerseetaler Gemeinden bezuschusst. Festgelegt ist diese Beteiligung auf derzeit 28 Prozent des TVB-Budgets. Die Summe variiert und richtet sich nach den Nachdichtungen, liegt aber jährlich bei etwa 900.000 Euro.

Der bestehende Vertrag läuft mit 31. Dezember 2019 aus und hatte sechs Jahre Bestand. „Wir haben nun die Verhandlungen zum neuen Vertrag aufgenommen“, schildert TVB-GF Armin Kue­n. Dazu wurden drei Personen ernannt. Es handelt sich dabei um ihn selbst für den Tourismusverband, der Gemeindeverband hat den Obmann und Hochfilzner Bürgermeister Konrad Walk entsendet und als Neutraler ist Regionalmanagement-Regio3-Geschäftsführer Stefan Niedermoser dabei. In diesem Vertrag sind also auch die Zuschüsse für das Hallenbad St. Ulrich enthalten, wie aber auch die Langlaufloipen, Wanderwege usw.

Eine genaue Zahl, wie viel davon in das Hallenbad fließt, kann Kuen nicht nennen. „Der Schwerpunkt liegt aber natürlich auf touristischer Infrastruktur wie den Loipen und Wanderwegen“, betont Kuen. Verschlossen, was die Zahlen betrifft, gibt sich auch die St. Ulricher Bürgermeisterin Brigitte Lackner. „Ich will keine Zahlen in der Zeitung stehen sehen“, sagt Lackner auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Beim Thema Hallenbad habe sie aber auch eine klare Meinung: „Solange ich Bürgermeisterin bin, wird das Bad nicht zugesperrt.“

Die Bürgermeisterin betont aber auch, dass die bestehende Anlage in einem guten Zustand sei, die Kritik, dass es baufällig sei, weist sie klar zurück. „Wir halten das Hallenbad gut in Schuss, wir haben erst die sanitären Anlagen auf den neuesten Stand gebracht“, betont die Bürgermeisterin. Sie sehe deshalb keine Notwendigkeit, die Infrastruktureinrichtung zu schließen.

„Wir geben sicher auch keine Empfehlung ab, dass eine Gemeinde ihr Hallenbad schließen muss. Aber eines ist auch klar, das Hallenbad ist kein buchungsentscheidender Faktor“, sagt Kuen. Auch würden alljährlich die Zahlen erhoben und die Zutritte seien rückläufig. So auch beim Aubad in Fieberbrunn. Eine Modernisierung, wie sie vor zwei Jahren angedacht wurde, scheint laut Kuen nicht aktuell. Hier hätte auch der TVB mitinvestieren sollen.

Vom Tisch ist dieses Thema noch nicht, erklärt Fieberbrunns Bürgermeister Walte­r Astner. Man wolle sich aber noch heuer Gedanken über die Zukunft des Aubades machen. „Das Freizeitverhalten der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, darauf müssen wir reagieren“, sagt Astner. Man gehe ergebnisoffen in die Diskussion.