Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Bezirk Reutte

FPÖ-Walch: „Absurder Tausch von Schutz- in Gewerbegebiet“

Der freiheitliche Bezirksobmann wirft den Grünen in Sachen Zerstörung des Baggersees Forchach die Aufgabe ihrer ureigensten Interessen vor.

Für den Erhalt des Baggersees in Forchach wird gekämpft.

© salvemini.atFür den Erhalt des Baggersees in Forchach wird gekämpft.



Von Helmut Mittermayr

Weißenbach, Forchach – Um die Rettung eines großen Baggersees in Forchach, der im Zuge einer EU-Life-Projekt-Renaturierungsmaßnahme am Lech mittelfristig dem Wildfluss geopfert werden soll, bemühen sich, wie berichtet, eine Bürgerinitiative in Weißenbach – und unabhängig davon die Freiheitlichen im Außerfern. FPÖ-Bezirksobmann Fabian Walch hatte deshalb am Freitag in den Reuttener Hirschen zu einer Pressekonferenz geladen.

Der blaue Lechtaler aus Schönau forderte die Verantwortlichen auf, das vielfältige Naturleben am See noch einmal wissenschaftlich exakt unter die Lupe zu nehmen und nötigenfalls den See zu erhalten, wenn die biodiverse Vielfalt so hoch wie von vielen behauptet sei. „Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern das Abwägen der Vor- und Nachteile nach genauer Faktenlage. Walch ist bewusst, dass der Zeitdruck enorm ist, sollen doch schon im August die Bagger auffahren und die schützenden Buhnen ober- und unterhalb des Baggersees herausgerissen werden. Zudem seien alle Verfahren abgeschlossen. Das Wasserbauamt kann ohne Bedenken loslegen. Er appelliert daher, das einmalige Kleinod „nicht einfach leichtfertig aufzugeben“.

Was den studierten Historiker aber zum Angriff reizt, sei die Position der Grünen in dieser Angelegenheit. Er will es kaum fassen können, dass Naturschutzlandesrätin LHStv. Ingrid Felipe einem Deal zugestimmt habe, dass die Gemeinde Forchach im Gegenzug zur Abtretung des Baggersees ein Gewerbegebiet erhalte – ebenfalls im Natura-2000-Schutzgebiet gelegen. „Was hat die Umweltlandesrätin geritten, so einen Deal einzugehen? Sie tauscht die Vernichtung des Kleinods Baggersee im Schutzgebiet gegen die weitere Vernichtung von bisher höchstgeschützten Flächen durch ein künftiges Gewerbegebiet ein. Das ist doch total absurd – und sehr ungrün.“

Fabian Walch will den Gemeindevertretern von Forchach keinen Vorwurf machen. „Ich verstehe ihren Wunsch nach einer gescheiten Dorfentwicklung. Die haben nichts falsch gemacht.“ Als der Gemeinderat (darunter auch ein Blauer) vor einem Jahr dem Deal zugestimmt habe, sei die Tragweite des „Verlustes“ in dieser Dimension noch nicht klar auf dem Tisch gewesen.

„Naturschutz liegt doch in der DNA der Grünen. Und dann machen sie in Forchach das genaue Gegenteil", meint Fabian Walch
 (Bezirksobmann FPÖ).
„Naturschutz liegt doch in der DNA der Grünen. Und dann machen sie in Forchach das genaue Gegenteil", meint Fabian Walch
 (Bezirksobmann FPÖ).
- Mittermayr Helmut

Auf Journalistennachfrage erklärt Fabian Walch, dass es keinerlei Kontakt mit der Bürgerinitiative gebe, auch wenn die Interessen dieselben wären. Es sei für ihn auch eine Selbstverständlichkeit, dass die Gruppierung unabhängig sei und bleiben wolle. Er werde aber trotzdem gerne zu ihrer Informationsveranstaltung am 25. Juli um 19.30 Uhr ins Mehrzweckhaus nach Weißenbach kommen.