Letztes Update am Fr, 19.07.2019 13:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Transitforum

Gurgiser: „Platter wird von seiner eigenen Presseabteilung verarscht“

Das Transitforum fordert vom Verkehrsministerium eine Reduktion der Lärmschwellengrenzwerte in Tirol, unter Berücksichtigung der besonderen alpinen Topografie.

Obmann Fritz Gurgiser

© thomas boehmObmann Fritz Gurgiser



Innsbruck – Das Transitforum Austria-Tirol hat ein Forderungspaket für Maßnahmen gegen den Verkehrslärm beim Verkehrsministerium eingebracht. Die Zeit der Politik sei vorbei, meinte Obmann Fritz Gurgiser am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Nun müsse, was bereits beschlossen wurde, auch umgesetzt werden. Die zuletzt in Tirol eingeführten Fahrverbote würden aber „nichts bringen“, fügte er hinzu.

So fordert das Transitforum beispielsweise vom Verkehrsministerium eine Reduktion der Lärmschwellengrenzwerte in Tirol, unter Berücksichtigung der besonderen alpinen Topografie, ein. Zudem sollen in den Umgebungslärmkarten alle Straßen auf Basis des Lärms und nicht der Frequenz berücksichtigt werden - und die Kosten für technischen Lärmschutz soll der Verursacher tragen und nicht etwa die Gemeinden oder die einzelnen Bürger, betonte Gurgiser.

„Das ist ein Quatsch“

Weiters sollen Straßen bezüglich der Lärmschwellengrenze mit Betrieben gleichgestellt werden und die volkswirtschaftlichen Kosten und Lasten des Verkehrs sollten jährlich erhoben werden, forderte der Transitforum-Obmann. Die Asfinag gebe jährlich nur 20 Millionen Euro für den Lärmschutz für ganz Österreich aus. „Das ist ein Quatsch“, meint Gurgiser. Der EuGH habe die besondere Situation im alpinen Raum bereits anerkannt. „Der alpine Raum ist nun einmal nicht das Burgenland“, verwies er auf die Wichtigkeit von Lärmschutzmaßnahmen, besonders in Tirol.

„Vor 50 Jahren hat man es technisch geschafft, auf den Mond zu fliegen, aber 50 Jahre später ist man in Tirol und Österreich zu blöd, um einen effektiven Lärmschutz zu gewährleisten“, so Gurgiser. Von den jüngst in Tirol verschärften Fahrverboten hielt der Transitforum Obmann wenig. „Der Landeshauptmann (Günther Platter, ÖVP, Anm.) wird von seiner eigenen Presseabteilung verarscht“, sagte er. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) könne einer Korridormaut nicht zustimmen. „Was soll da denn herauskommen?“, fragte Gurgiser und sprach damit das Treffen an, zu dem Scheuer für Ende Juli Platter und den österreichischen Verkehrsminister Andreas Reichhardt nach Berlin eingeladen hatte.

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Sektorales Fahrverbot für Guriser „Pfusch“

Das jüngst ebenfalls verschärfte Sektorale Fahrverbot bezeichnete Gurgiser erneut als „Nullum“. „Sie haben jetzt acht Jahre für das Sektorale gebraucht und jetzt ist es wiederum ein Pfusch“, richtete der Transitforum Obmann der schwarz-grünen Landesregierung aus. Zuerst schaue man jahrelang zu, wie der Verkehr steige und dann rufe man den Notstand aus, kritisierte Gurgiser die politischen Verantwortungsträger. (APA)