Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.07.2019


Bezirk Schwaz

Fehler bei Parkhaus in Mayrhofen eingestanden

Hunderte freie Parkplätze stehen in der Mayrhofner Tiefgarage zur Verfügung. Dass die erste Stunde gratis ist, wissen Auswärtige oft nicht.

© DählingHunderte freie Parkplätze stehen in der Mayrhofner Tiefgarage zur Verfügung. Dass die erste Stunde gratis ist, wissen Auswärtige oft nicht.



Mancherorts kann man sich mit Parkplatzvermietungen eine goldene Nase verdienen. Die Marktgemeinde Mayrhofen ist davon weit entfernt.

Rund neun Millionen Euro wurden in die Tiefgarage am ehemaligen Parkplatz Mitte investiert, deren 400 Stellplätze seit Dezember 2017 für Autofahrer zur Verfügung stehen. Fakt ist, dass die Gemeinde Einnahmen von 300.000 Euro braucht, um allein die Ratenzahlung für den Bau abzudecken. Fakt ist auch, dass die Garage weit weniger frequentiert wird als erhofft. „Wir waren zu naiv und hätten im Vorfeld mehr tun müssen. Wir haben uns zu wenig Gedanken gemacht, was alles zu bedenken ist, wenn das Parkhaus offen ist", räumt Bürgermeisterin Monika Wechselberger („Für Mayr­hofen") ein. GV Markus Bair, Obmann des Verkehrs- und des Überprüfungsausschusses, ergänzt, dass der Bauträger (Neue Heimat) nicht ausreichend aufgeklärt habe, auf was alles aufzupassen sei — etwa Brandschutz oder Wartungsverträge betreffend. Die Gemeinde sei kein Experte in Sachen Tiefgarage. Und der Antrag seiner Liste „Unser Mayrhofen", die Betriebsführung einer externen Firma zu übergeben, sei im Gemeinderat abgelehnt worden. Derzeit sei das Parkhaus defizitär.

Dabei ist das Parken darin billiger als in den Kurzparkzonen im Ort — zumindest, wenn man nur kurze Erledigungen hat. Denn die erste Stunde in der Tiefgarage ist gratis. Darauf weist aber auch nach anderthalb Jahren kein Schild an der viel befahrenen Zillertalstraße hin. „Die Beschilderung ist inzwischen beauftragt", erklärt Bair, der nach einem schweren Unfall einige Monate im Krankenstand war. Auch seitens der Opposition gibt man sich inzwischen gemäßigt. „Das ist ein Zukunftsprojekt. Es war klar, dass das Parkhaus anfangs nicht voll werden würde. Wir werden im Ort verschiedene Maßnahmen ergreifen", sagt GV Hans Jörg Moigg („Gemeinsam für Mayrhofen"). Er denkt u. a. an günstigere Mitarbeiter-Dauertarife im Winter. VBM Franz Eberharter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (ad)