Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.07.2019


Innsbruck

Busparkplatz stößt in Innsbruck weiter auf Widerstand

Innsbrucker Anrainer wehren sich gegen eine oberirdische Lösung am Areal der Hofgarten-Gärtnerei und fordern die Umsetzung einer Bustiefgarage ein.

Dass ein neuer Busparkplatz maximal zwei Millionen Euro kosten solle, ziehen die Initiatoren einer Unterschriftenaktion in Zweifel.

© DomanigDass ein neuer Busparkplatz maximal zwei Millionen Euro kosten solle, ziehen die Initiatoren einer Unterschriftenaktion in Zweifel.



Innsbruck – Bereits am heutigen Mittwoch könnte der Innsbrucker Stadtsenat eine Entscheidung treffen, wie es in Sachen Busparkplätze weitergeht. Bürgermeister Georg Willi (Grüne) tritt, wie berichtet, für einen neuen, oberirdischen Parkplatz mit 35 Stellplätzen ein. Dafür soll ein Teil des Areals der Hofgarten-Gärtnerei auf 15 Jahre angemietet werden. Die Kosten für die Gestaltung und Ausstattung des Busparkplatzes hatte Willi am Montag mit „maximal zwei Millionen Euro“ beziffert.

In Teilen der Bevölkerung gibt es jedoch weiterhin massive Widerstände gegen diesen Lösungsvorschlag: Anrainer Peter Oeggl, einer der Initiatoren einer Petition gegen einen oberirdischen Busparkplatz (diese erreichte 920 Unterschriften), fordert Willi erneut dazu auf, sich „an den ursprünglichen und noch rechtsgültigen Gemeinderatsbeschluss“ zu einer Bus-tiefgarage zu halten.

Die Betroffenen würden sich nicht gegen den Tourismus wehren, meint ­Oeggl, sehr wohl aber gegen Lösungen, „die erhöhte Immissionsbelastungen, erhöhte Lärmbelastungen und damit eine Verschlechterung der Lebensqualität nach sich ziehen“. Als „umweltpolitischer Kollateralschaden alte, überkommene Lösungsvarianten auszubaden“, lehne man ab.

Oeggl wirft Willi auch vor, die Kosten für das Projekt „schönzureden“: Ziehe man die Kosten für einen Abriss der Glashäuser, der Verwaltungsgebäude und der Betriebsgebäude (sowie den Neubau letzterer) ins Kalkül, ebenso die baulichen Maßnahmen für den Busparkplatz samt Infrastruktur sowie die Verlegung des Union-Sportplatzes inklusive neuer Infrastruktur, „dann kann man mit Sicherheit eine Tiefgarage für Busse bauen“.

Hinzu kämen für die Pachtlaufzeit von 15 Jahren zusätzliche Lkw-Fahrten für die Gärtnerei, meint Oeggl. Es gebe dann nämlich keinen Platz mehr für die Anzucht von Pflanzen für den Hofgarten, für die Kompostierung oder die Zwischenlagerung des kompostierbaren Materials.

Die kolportierten Kosten von 40 Millionen Euro für eine Bustiefgarage „kann kein Experte nachvollziehen“, ergänzt Oeggl. „Realistisch erscheinen Kosten von zehn bis 14 Millionen.“ Man habe „mit großem Entsetzen“ festgestellt, dass gerade eine grün geführte Stadtregierung „umweltpolitische, klimapolitische und städtebauliche Vorgaben mit Füßen tritt“, schließt Oeggl. (md)