Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.07.2019


Innsbruck

Entscheidung zu Busparkplatz in Innsbruck erst im August

Letzte Detailverhandlungen mit dem Bund stehen noch aus. BM Georg Willi verteidigt die von ihm vorgeschlagene Lösung als politischen Kompromiss.

Auch in Zukunft werden die Busse neben dem Hofgarten voraussichtlich oberirdisch parken – allerdings ein Stück weiter nördlich.

© DomanigAuch in Zukunft werden die Busse neben dem Hofgarten voraussichtlich oberirdisch parken – allerdings ein Stück weiter nördlich.



Innsbruck – Die geplante Anmietung einer Teilfläche des Hofgarten-Gärtnerei-Areals für einen neuen oberirdischen Reisebusparkplatz wurde gestern doch noch nicht im Innsbrucker Stadtsenat behandelt. „Wir sind in besten Verhandlungen mit dem Bund und optimistisch, dass wir eine gute Lösung erzielen“, erklärt BM Georg Willi (Grüne) auf TT-Anfrage. Der Bund müsse „intern aber noch letzte Detailfragen klären“, zu denen es seitens der Stadt Anmerkungen gegeben habe. Der Beschluss im Stadtsenat soll daher nun erst am 14. August fallen.

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Trotz anhaltender, heftiger Kritik der Anrainer, die eine Umsetzung der ursprünglich vorgesehenen Bustiefgarage einfordern, steht Willi zu der von ihm vorgeschlagenen Variante: Diese sieht die Anmietung eines rund 4000 m² großen Teilbereichs des Gärtnerei-Areals auf 15 Jahre und für 35 Busse vor – wobei die Pachteinnahmen in die Erweiterung des Palmenhauses im Hofgarten fließen sollen.

„Ich bitte die Anrainer, auch mich zu verstehen“, sagt Willi: „Politik ist die Kunst des Möglichen. Ich habe versucht, hiermit eine Lösung zu finden, die irgendwo zwischen den einzelnen politischen Standpunkten und Ansprüchen liegt.“ Für eine von den Grünen favorisierte „Kiss & Ride“-Variante, bei der die Bustouristen in der Karl-Kapferer-Straße beim Palmenhaus aussteigen und wieder abgeholt würden, gebe es keine politische Mehrheit. „Die Mehrheit will einen zentralen Bus-Terminal.“ Aber auch für eine Bustiefgarage am Fennerareal sehe er keinen Konsens. Diese habe „zwei große Nachteile“: Sie sei „sehr teuer“ – was nach der Patscherkofel-Causa nicht zumutbar sei – und würde, da sie eineinhalb Meter aus dem Boden ragen würde, „eine spätere Nutzung des wichtigen städtischen Grundstücks sehr einschränken“. Die jetzige Lösung „wäre kostengünstig und sehr flexibel“, betont Willi.

Zu Befürchtungen der Anrainer in Sachen Lärm und Emissionen meint Willi: „Wir werden mit Personal vor Ort die Busfahrer dazu anhalten, die Busse nur abzustellen und die Motoren nicht laufen zu lassen.“ Zudem sei der geplante Parkplatz um zehn Stellplätze und ca. 1000 m² kleiner als der jetzige – und solle „schön gestaltet“ werden. Überdies werde damit „die Hofgarten-Gärtnerei für die nächsten 15 Jahre abgesichert“ – und z. B. gewährleistet, dass am Areal kein Bundesgebäude errichtet werde. Wenn das Vertragswerk vorliegt, gehe er auch von einer politischen Mehrheit dafür aus, sagt Willi.

Bis zu einer spruchreifen Lösung dauert es also noch. Er werde aber LR Hannes Tratter „am Laufenden halten, wie weit wir sind“, stellt Willi klar. Eine Klärung der Busparkplatz-Frage ist schließlich auch Voraussetzung, um beim – neu aufgesetzten – Großvorhaben MCI-Neubau voranschreiten zu können. (md)