Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.07.2019


Exklusiv

Enorme Verkehrsbelastung: Obsteig ruft um Landeshilfe

Der Bürgermeister des verkehrsgeplagten Plateaudorfes fordert zwar den Rückbau der Durchzugsstraße. Er will aber eine Streckung auf drei Etappen – und mehr Zuschüsse.

Die Verkehrsbelastung auf der Obsteiger Ortsdurchfahrt beschränkt sich nicht nur auf die Reisewochenenden: Das ist eine Momentaufnahme vom vergangenen Montag.

© Chronik ObsteigDie Verkehrsbelastung auf der Obsteiger Ortsdurchfahrt beschränkt sich nicht nur auf die Reisewochenenden: Das ist eine Momentaufnahme vom vergangenen Montag.



Von Alexander Paschinger

Obsteig – Der Rückbau der „Dorfautobahn“ durch Obsteig ist ein Teil der Fernpassstrategie. Allein in dieser Sache ist noch herzlich wenig passiert. „Ansonsten wird immer berichtet, wie viele Maßnahmen dieses Strategiepapiers schon umgesetzt sind“, sagt der Obsteiger Bürgermeister Hermann Föger. Andererseits schaut er doch etwas neidisch nach Reutte, in den Raum Innsbruck und ins Wipptal, wo man den Anrainern mit Fahrverboten hilft, an den Reisewochenenden etwas Lebensqualität vor der Haustüre zurückzuerobern.

Doch um in Obsteig etwas zu ändern, braucht es Geld. Viel Geld. Zu viel Geld für die kleine Plateaugemeinde an der Mieminger Bundesstraße, die einen Gutteil des Verkehrs über den Fernpass abbekommt. „2,2 Millionen würde die Umgestaltung der Straße kosten“, weiß Föger. „50 Prozent müssten wir bezahlen.“ Zuletzt waren Summen von 800.000 bis eine Million Euro im Gespräch. „Wenn das unser Beitrag ist – dann müssen wir es lassen.“

Föger weiß, dass man ihm seitens des Landes entgegenkommt. Und dass er bei Verkehrsreferent LHStv. Josef Geisler immer offene Türen vorfindet. Ende August wird er wieder vorsprechen. „Es geht um Go oder No-Go“, sagt Föger gegenüber der TT.

Auch beim für den Gemeindeausgleichsfonds (GAF) zuständigen Landesrat Johannes Tratter war Föger schon vorstellig. Sogar eine Prioritätenreihung der Gemeindevorhaben wurde angegeben. Das Problem: Es gibt so viele Aufgaben, die ohne GAF-Mittel nicht zu stemmen sind.

Daher die neueste Idee: „Vielleicht sollte man das ganze Vorhaben Rückbau der Ortsdurchfahrt in drei Etappen erledigen“, sagt Föger.

Aus dem Büro von LHStv. Geisler kommt die Antwort, dass das Land bei der Förderung der Straßenbaumaßnahmen in Obsteig „schon am Anschlag“ sei. Eine Aufsplittung der Maßnahmen auf drei Etappen könne aber tatsächlich etwas bringen – vielleicht etwas mehr GAF-Mittel über die Jahre.

Mittlerweile hat Föger seinen Wunschzettel um eine Kleinigkeit ergänzt: Er möchte am Ortsausgang Richtung Mieming ein Radar oder eine Verkehrskamera: „Da überholen manche sogar links von der Verkehrsinsel.“