Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.07.2019


Bezirk Schwaz

Zukunft des Klettergebiets “Zillergrund Wald“ hängt in der Warteschleife

Ob das Bouldergebiet Zillergrund Wald dem Blocksteinabbau weichen muss, ist noch immer unklar. Die BH wartet auf fehlende Unterlagen.

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© Bernardo Gimenez



Von Eva-Maria Fankhauser

Brandberg – Es ist noch kein Ende in Sicht und der Ausgang bleibt ungewiss. Für die einen geht es um viel Geld und den Abbau von Gestein. Für die anderen um ein Klettergebiet, das sie verlieren könnten. Die Rede ist vom Boulder- und Klettergebiet „Zillergrund Wald“ in Brandberg. Derzeit ist dort noch beides in unmittelbarer Nähe zueinander möglich: Bouldern und der Abbau von wertvollen Rohstoffen. Doch die Firma Hollaus Bau plant, das Gebiet für den Blockstein-Abbau auf Grund der Österreichischen Bundesforste zu erweitern. Das sorgte in der Kletterszene für einen Riesenaufschrei. Es kam sogar zur Demo und Unterschriftensammlung „Save Zillergrund Wald“ gegen die Erweiterung des Abbaugebietes – die TT berichtete. Insgesamt kamen 22.255 Unterschriften zusammen.

Seither sind acht Monate vergangen. Das Ansuchen liegt jedoch noch unberührt auf dem Tisch von Markus Gasser vom Umweltreferat der Bezirkshauptmannschaft Schwaz. Es fehlen laut ihm nach wie vor einige Unterlagen des Antragstellers – der Firma Hollaus Bau. So könne er mit der Prüfung und Beurteilung nicht fortfahren. „Sobald alles eingereicht ist, habe ich sechs Monate Zeit für eine Entscheidung“, erklärt Gasser. Bereits im Jänner hat er auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung darauf verwiesen, dass noch Unterlagen fehlen – wie etwa eine Wildbachsimulation, wo gezeigt wird, wie sich der Abbau auf die Lawinensituation dort auswirkt. Dazu habe man die Schneeschmelze abwarten müssen. Eine Frist habe Gasser dem Antragsteller nicht gesetzt. „Ich könnte das Ansuchen zurückweisen, wenn nicht alles eingereicht wird. Aber das ist keine inhaltliche Entscheidung. Sprich: Der Antragsteller könnte jederzeit wieder das Projekt neu einbringen und wir müssten bei null von Neuem starten“, sagt Gasser. Das sei ein Grund, warum er dies bisher nicht getan habe.

Nachfragen hat es laut Gasser beim Antragsteller gegeben – wann die fehlenden Unterlagen einlagen. „Ich rechne schon noch im August damit“, erklärt Gasser gegenüber der TT.

Die Entscheidung, welche Interessen im Zillergrund Wald schlussendlich überwiegen, kann sich demnach noch bis Anfang nächsten Jahres ziehen.