Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.07.2019


Innsbruck

Busparkplatz und das große Rechnen in Innsbruck

Garage oder Parkplatz? Wo künftig in Innsbruck die Urlauberbusse geparkt werden, ist weiterhin das Thema der Stadtpolitik.

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© Domanig



Innsbruck – 13.221 Busse parkten im Vorjahr auf dem Busparkplatz am Fenner-Areal. Das geht nach einer Anfrage der NEOS aus der entsprechenden Beantwortung der Stadt hervor. 2009 waren es noch rund 11.800 Busse – eine deutliche Steigerung innerhalb von zehn Jahren. In der Weihnachtszeit findet man mit den jetzigen 45 Stellplätzen kein Auslangen – da müssen an den Advent­wochenenden 100 bis 150 Busse anderweitig untergebracht werden. Zahlenspiele. Und es sind dieser Tage nicht die einzigen, wenn es um den Busparkplatz und in weiterer Folge um das MCI geht.

Bürgermeister Georg Willi (Grüne) möchte, wie mehrfach berichtet, ja die Anmietung eines Teilbereichs der Hofgarten-Gärtnerei vorantreiben und die Stellflächen dort unterbringen. 15 Jahre lang hätten hier 35 Busse Platz, das soll rund zwei Millionen Euro kosten. Eine der Gretchenfragen in der Stadtpolitik ist aber auch, wie viel eine Busgarage denn jetzt eigentlich gekostet hätte. Die kolportierten Zahlen reichten diesbezüglich in der jüngeren Vergangenheit von zehn bis zu 40 Millionen Euro. Letztere Zahl ist mittlerweile eigentlich nicht mehr zu hören.

Die Wiener Architekten, Habeler & Kirchweger Architekten ZT GmbH, hatten in ihrem Entwurfsprojekt im August 2017 eine entsprechende Kostenaufstellung gemacht. Darin war die Busgarage Teil des Gesamtprojekts mit Neubau MCI, Neugestaltung des Fußballplatzes und eines Ersatzgebäudes für die Bundesgärten. Die angegebene Summe damals: 13,7 Millionen Euro – Gesamtkosten für Bau und Honorare, exklusive Mehrwertsteuer auf der damaligen Preisbasis. Sprich: Billiger gibt es die Garage heute sicher nicht mehr.

NEOS-GR Julia Seidl will angesichts jährlicher Einnahmen von rund 460.000 Euro durch die Busse für die Innsbrucker Informations- und Reservierungs GmbH auch den Tourismusverband zur Kasse bitten. „Die Kosten müssen fair und nach Nutzen verteilt werden“, sagt Seidl. Die FPÖ-Verkehrssprecherin im Landtag, Evelyn Achhorner, fordert unterdessen eine Beschlusstreue und eine ökologische Prüfung bei einer Bustiefgarage. Es müsse fundiertes Zahlenmaterial über die Kosten von Willi geben und keine Prognosen. Wie berichtet, möchte Willi die Buslösung im August fixieren. (mw)