Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.07.2019


Bezirk Landeck

Geplanter Neubau beim Krankenhaus Zams bleibt umstritten

Der Gemeinderat Zams ebnete einem Bauprojekt im Umfeld des Krankenhauses Zams mit einer Änderung des örtlichen Raumplanungskonzepts den Weg. Ein Anrainer kündigt einen Einspruch an.

Der neue Bau für die Pathologielabore und die Schwerpunktpflege entsteht angrenzend an den Zammer Ortsteil Perdann.

© ReichleDer neue Bau für die Pathologielabore und die Schwerpunktpflege entsteht angrenzend an den Zammer Ortsteil Perdann.



Von Matthias Reichle

Zams – Ein umstrittenes Projekt im Umfeld des Krankenhauses Zams ist einen Schritt weiter. Im Westen des Spitals soll ein Neubau entstehen, in dem nicht nur Pathologielabore, sondern auch eine Einrichtung für Schwerpunktpflege unterkommen sollen. Im Gemeinderat wurde für das Grundstück, das sich im Eigentum des Klosters befindet, eine Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes beschlossen.

Nachbarn des Projekts hatten zuletzt Unterschriften dagegen gesammelt. In der Gemeinderatssitzung war das kein Thema – viel mehr ging es um die Art der Widmung, die zu Diskussionen führte.

Bauträger des neuen Gebäudes ist die Kongregation der Barmherzigen Schwestern, wie Bürgermeister Siggi Geiger erklärte. Auf Wunsch des Raumplaners des Klosters wurde für die Fläche ein „Mischgebiet“ beschlossen.

Für Geiger ist dies sinnvoll, um abzubilden, dass sich hier ein großes Zammer Privatlabor für Pathologie im Nahbereich des Krankenhauses ansiedelt – ein wichtiger Kommunalsteuerzahler. Ansonsten sei es „g’hupft wie g’hatscht“, welche Widmung hier komme. Laut dem Obmann des Raumordnungsausschusses der Gemeinde, Andreas Grüner, spricht auch das Land dem Projekt ein „öffentliches Interesse“ zu.

„Das sei unüblich“, kommentierte hingegen Mathias Venier (FPÖ) die Widmung. Für ihn war auch die Argumentation, dass es eine Notwendigkeit für die Finanzierung sei, eine „Ausrede“. Es sei eine grundsätzliche Frage. Venier wäre für eine Änderung in eine „Sonderfläche Pathologie/Schwerpunktpflege“. Ansonsten begrüßte er das Projekt – es sei ein Top-Betrieb, dem man alle Türen öffnen möchte.

Auch für Herbert Frank (SPÖ) war die Form der Änderung nicht ganz nachvollziehbar. „Warum widmet man hier nicht eine Sonderfläche Krankenhaus?“ Aber auch er hoffe, dass das Projekt so schnell wie möglich umgesetzt wird. Die Abstimmung, mit der die Auflage und Erlassung des Entwurfs zur Abänderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes beschlossen wurde, ging 11:4 aus – die FPÖ-Fraktion stimmte dagegen.

Begrüßt wurde im Gemeinderat auch, dass nicht nur die Pathologie, sondern auch die geplante Einrichtung für Schwerpunktpflege mit 24 Betten im neuen Gebäude einen Standort gefunden hat. Dieser stand jahrelang zur Diskussion – mehrere Optionen, auch direkt im Krankenhaus, hatten sich zerschlagen.

Keine Äußerungen gab es im Gemeinderat zur Petition der Anrainer in der angrenzenden Siedlung Perdann. Sie hatten unter anderem eine erhöhte Belastung durch den zusätzlichen Verkehr befürchtet – die TT berichtete. Die Erschließung des Gebäudes erfolgt nun über das Krankenhausareal, so Geiger. Man habe nach den Beschwerden das Gespräch gesucht und sei zu dieser Lösung gekommen. Vorher sei die Zufahrt für die untere Tiefgaragenetage über Perdann geplant gewesen. Laut Bürgermeister ist das Problem der Anrainer damit nicht mehr „aktuell“.

Dem widerspricht Daniel Schöpf – Anrainer und Initiator der Unterschriftenliste. Über 70 Personen haben laut ihm unterzeichnet. „Ich werde gegen die Beschlüsse Einspruch erheben“, kündigte er gestern auf Anfrage der TT an. Viele Chancen rechnet er sich nicht aus. „Mein Anliegen ist es, dass verträglich gebaut wird. Es ist nicht meine Absicht, das zu verhindern.“ Als Teilerfolg wertet er, dass die Erschließung nun nicht mehr über Perdann, sondern über das Krankenhausareal erfolgt.