Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.07.2019


Exklusiv

Alter TSD-Sozialplan wird vorerst fortgeschrieben

Verhandlungen über einen neuen Sozialplan in der Flüchtlingsgesellschaft TSD werden auf Oktober vertagt, der alte wird bis Dezember verlängert. Es gibt weniger Kündigungen.

Die Zahl der Asylwerber ist stark rückläufig, die Tiroler Sozialen Dienste betreuen derzeit 2379 Flüchtlinge in der Grundversorgung.

© APADie Zahl der Asylwerber ist stark rückläufig, die Tiroler Sozialen Dienste betreuen derzeit 2379 Flüchtlinge in der Grundversorgung.



Innsbruck – Die ausgelagerte Flüchtlingsbetreuung Tiroler Soziale Dienste (TSD) wird umstrukturiert, im Vorjahr hat die Landeregierung eine umfassende Reform beschlossen. Der Mitarbeiterstand wurde bisher auf 214 Beschäftigte reduziert, weitere 100 sollen dazukommen. Der alte Sozialplan läuft heute aus, die Verhandlungen über den neuen ziehen sich seit Monaten. Und wurden jetzt unterbrochen, wie der neue TSD-Geschäftsführer Johann Aigner der TT bestätigt. Eigentlich liegen die Vorschläge bei der Schlichtungsstelle

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Aigner verschafft sich derzeit einen Gesamtüberblick. „Gerade in Bezug auf den Sozialplan benötigt es aus meiner Sicht einen Überblick über die zukünftigen Bedarfe in Hinblick auf die Grundversorgung, sowie die übrigen Dienstleistungen. Daher habe ich dem Betriebsrat vorgeschlagen, den bestehenden Sozialplan bis 31. Dezember fortzuführen.“ Die betroffenen Mitarbeiter könnten so weiter auf die Leistungen des Sozialplanes zurückgreifen, und in der Zwischenzeit solle mehr Klarheit in Bezug auf die Bedarfe der Zukunft geschaffen werden, „sodass Anfang Oktober über die weitere Vorgehensweise zum Thema Sozialplan gesprochen werden kann“.

"Ich habe vollstes Vertrauen in alle Beteiligten, dass es zu einer guten Lösung kommen wird." - Gabriele Fischer 
(Soziallandesrätin)
"Ich habe vollstes Vertrauen in alle Beteiligten, dass es zu einer guten Lösung kommen wird." - Gabriele Fischer 
(Soziallandesrätin)
- Vanessa Rachle / TT

Die zuständige Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) ist zuversichtlich. „Es finden gute Gespräche zwischen dem Betriebsrat und der neuen Geschäftsführung der TSD statt und ich habe vollstes Vertrauen in alle Beteiligten, dass es zu einer guten Lösung kommen wird.“ Aktuell betreuen die TSD 2379 Asylwerber in der Grundversorgung, davon wohnen 2000 Personen in organisierten Unterkünften. Aigner geht davon aus, dass sich die Zahl der zu betreuenden Personen weiterhin verringern werde. „Daher ist auch von einem geringeren Bedarf in der Betreuung auszugehen.“ Trotzdem: „Aus der momentanen Sicht ist von einer geringeren Anzahl von Kündigungen auszugehen“, ist Aigner vorsichtig optimistisch. „Wie gesagt, bin ich gerade dabei, mir einen Überblick zu verschaffen.“

Offen bleibt neben dem neuen Sozialplan allerdings auch die vom Betriebsrat und der Gewerkschaft rechtlich erfolgreich erkämpfte Erschwerniszulage (SEG). Hier dauern die Gespräche auch schon Monate. „Bei der SEG-Zulage habe ich dem Betriebsrat vorgeschlagen, uns zeitnahe zu lösungsorientierten und konstruktiven Gespräche zusammenzusetzen“, bittet Aigner um Geduld. (pn)