Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.08.2019


Innsbruck

Alte Chemie in Innsbruck: Tiefgarage und Millionen bei Neubau eingespart

Die BIG baut den Uni-Neubau bei der Alten Chemie ohne Tiefgarage. Das ärgert die Stadt, macht das Projekt aber billiger.

So soll das Gebäude ab 2022 aussehen. Die Tiefgarage spart sich die Bundesimmobiliengesellschaft aber.

© BIGSo soll das Gebäude ab 2022 aussehen. Die Tiefgarage spart sich die Bundesimmobiliengesellschaft aber.



Von Marco Witting

Innsbruck – Vor knapp zwei Jahren, am 24. August 2017, starteten die Abbrucharbeiten am Gebäude der Alten Chemie am Innsbrucker Uni­gelände. Mit Bagger, Politvertretern, obligaten Fotos und einer Aussendung, dass man hier 81,4 Millionen Euro investieren werde. Einige Zeit später wurde das Siegerprojekt präsentiert – ein 45 Meter hohes Gebäude, das mehr Platz für Lehre und Forschung bieten soll. Und nur ein Drittel des vorherigen Gebäudekomplexes verbraucht, was bei der Präsentation als Zukunftschance für die Stadtentwicklung gesehen wurde. Ab September 2020 könnten die Bagger auffahren, im Frühjahr 2022 die Studenten und Lehrenden einziehen. So weit, so gut.

Nun, während der Detailplanung, sah sich die Stadt Innsbruck damit konfrontiert, dass die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) die ursprünglich geplante Tiefgarage nicht mehr bauen will. Weil die „Kosten-Nutzen-Aufstellung“ nicht den enormen Aufwand miteinrechne, wie BIG-Sprecher Ernst Eichinger bestätigt. Die Garage sei ein „wesentlicher Kostenfaktor“, erklärt Eichinger, ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Allerdings: Damit dürfte sich die BIG bei dem Projekt einige Millionen Euro sparen. Schließlich gilt ein Tiefgaragenbau am Inn als baulich anspruchsvoll – sprich teuer. In die Tiefe muss man allerdings trotzdem bauen, um die Fundamente für das 45 Meter hohe Gebäude sicherzustellen. Die Stellplätze für den Komplex sollen jetzt oberirdisch eingeplant werden – was allerdings zusätzlich Platz verbrauchen wird. Laut Eichinger wäre die Tiefgarage allerdings ohnehin immer nur für Uni-Personal gedacht gewesen.

Wie berichtet, wurde BM Georg Willi vom Bauausschuss mit einer Resolution aufgefordert, über eine zweistöckige Tiefgarage nördlich des neuen Uni-Gebäudes zu verhandeln. Damit soll vor allem die Parkplatz-Problematik rund um das Klinikareal entschärft werden – letztlich wohl auch eine Kostenfrage.

Bei den anderen beiden Großprojekten der BIG, dem Neubau der Sillgasse und der PHT, liegt man unterdessen im Zeitplan.