Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Bezirk Landeck

Umstrittenes Wohnprojekt in der Unterengere bekommt Nachbarn

Im Zammer Gemeinderat wurde über ein weiteres Wohnprojekt in der Unterengere diskutiert. Umsetzen soll es die Neue Heimat Tirol.

In der Unterengere sorgte ein Wohnprojekt für einigen Wirbel. Nun soll das Projekt der gemeinnützigen Wohnungseigentum Gesellschaft bekommen. Die Neue Heimat könnte bald auf der hinteren Wiese bauen.

© ReichleIn der Unterengere sorgte ein Wohnprojekt für einigen Wirbel. Nun soll das Projekt der gemeinnützigen Wohnungseigentum Gesellschaft bekommen. Die Neue Heimat könnte bald auf der hinteren Wiese bauen.



Von Matthias Reichle

Zams – Es brachte einigen Wirbel in den verschlafenen Zammer Ortsteil Unterengere – 2016 präsentierte dort der gemeinnützige Tiroler Wohnbauträger „Wohnungseigentum“ (WE) seine Pläne für vier neue Blöcke. Anrainern, denen das Vorhaben zu groß war, formierten sich daraufhin in einer Bürgerinitiative – Unterschriften wurden gesammelt und Einsprüche gemacht –, das Projekt wurde schlussendlich genehmigt. Seit letztem Jahr ist es eigentlich baureif, doch die Bagger sind noch nicht aufgefahren.

Inzwischen ist allerdings bereits ein zweites Projekt auf einem Nachbargrundstück in Vorbereitung. In der vergangenen Zammer Gemeinderatssitzung wurde über den Bebauungsplan diskutiert. „Das Projekt ist spiegelbildlich zum WE-Projekt“, betont Gemeinderat Andreas Grüner, der die Pläne in seiner Funktion als Obmann des Raumordnungsausschusses den Gemeinderäten vortrug.

Geplant sind zwei Objekte zu je sechs Wohnungen sowie eine Tiefgarage, erklärte er. Man legt bei Höhe und Dichte dabei die gleichen Parameter wie beim ersten Projekt an. Vorbehaltlich, dass dort gemeinnützige Wohnungen errichtet werden. Bauträger soll laut dem ansuchenden Grundeigentümer nämlich die Neue Heimat Tirol sein. Bisher wurden die Pläne allerdings nur mündlich vorgetragen, auch Verträge sind noch keine unterschrieben. Darum hatte sich der Gemeinderat entschlossen, nur die Auflage des Bebauungsplanes zu beschließen. „Den Erlass machen wir erst, wenn die Vereinbarung mit der Neuen Heimat Tirol unterfertigt ist.“

Auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung bestätigt der Grundeigentümer die Pläne. „Wenn eine solche Bebauung rechtlich und fachlich als richtig erkannt wird, dann bleibt mir auch nichts anderes übrig“, betont er mit Verweis auf das WE-Projekt in der Nachbarschaft. Für betuchtere Kunden sei das Grundstück deshalb nicht mehr attraktiv. Darum habe man sich entschieden, mit ähnlichen Strukturen weiterzumachen. Wobei sein Projekt bescheidener sei. Sollte Gegenwind kommen, könnte er sich vorstellen, das Ganze auch wieder sein zu lassen.

Verhandlungen bestätigt auch Neue-Heimat-Geschäftsführer Hannes Gschwentner. Man habe dem Grundeigentümer ein Angebot für einen Baurechtszins gemacht „Es gibt gute Gespräche, ich denke durchaus, dass das zu einem Abschluss kommen kann“, betont er. Demnächst werde man sich auch an den Bürgermeister wenden. Grundsätzlich sei man immer an Flächen in Gemeinden interessiert, in denen es einen Wohnbedarf gibt, erklärte er. In Zams sei das der Fall.

Eine Anfrage zur schwierigen Zufahrtssituation in die Unterengere gab es von FPÖ-Gemeinderat Mathias Venier. „Je mehr sich in der Unterengere entwickelt, umso größer ist der Bedarf für eine zweite Zufahrtsstraße“, bestätigte Bürgermeister Siggi Geiger. Von der Erschließungsstraße seien mehrere Grundeigentümer betroffen.

Das erste Projekt der WE ist unterdessen nicht abgesagt. „Sie wollen bauen“, betont Grüner. Die TT fragte bei der Wohnungseigentum nach. „Der Baustart ist für den Herbst geplant. Wahrscheinlich Oktober“, erklärt Geschäftsführer Walter Soier.