Letztes Update am Fr, 09.08.2019 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Fahrverbote: 3000 Autos zurückgewiesen, Transit steigt

Die temporären Pkw-Fahrverbote gegen den Stau-Ausweichverkehr sind für das Land ein Erfolg. Der Juli war ein Lkw-Spitzenmonat.

Die Pkw-Fahrverbote wirken, sagt das Land.

© zeitungsfoto.atDie Pkw-Fahrverbote wirken, sagt das Land.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die temporären Wochenend-Fahrverbote für Pkw sowie der Einsatz der Dosierampeln im niederrangigen Straßennetz rund um Innsbruck, im Bezirk Kufstein sowie bei Reutte enden mit 15. September. Kommende Woche werden sie – feiertagsbedingt – ausgeweitet. Somit wird der Navi-unterstützte Autobahnstau-Ausweichverkehr bereits ab Mittwoch, 14. August (7 Uhr) bis einschließlich 18. August (19 Uhr) aus den Dörfern ausgesperrt. Ziel- und Quellverkehr sind ausgenommen.

Gestern legte das Land eine Zwischenbilanz der seit 20. Juni erstmals aktivierten Notmaßnahmen vor. Allein im Großraum Innsbruck wurden demnach rund 3000 Fahrzeuge zurückgewiesen. „Organstrafverfügungen und Anzeigen waren die absolute Ausnahme“, berichtet der Leiter der Verkehrspolizei, Markus Widmann. Im Unterland (Kufstein, Kirchbichl) waren es auf den dortigen Verbotsstrecken „mehrere hundert“ gestoppte Pkw-Lenker. Die Dosierampelstandorte würden jede Woche evaluiert und nach Bedarf aktiviert. Wie kürzlich berichtet, werden die Verbote seit Ende Juli nicht mehr von der Polizei, sondern von privaten Sicherheitsfirmen überwacht. Problemlos, wie es heißt.

LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und LH Günther Platter (ÖVP).
LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und LH Günther Platter (ÖVP).
- Rudy De Moor

Auch, weil seither größere Staus entlang der bekannten Ausweichstrecken ausgeblieben sind, werten LH Günther Platter (VP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) die Fahrverbote als Erfolg: „Das System hat zu einer massiven Entlastung in den verkehrsgeplagten Gemeinden geführt.“

Speziell für den Raum Kufstein, der in den Wintermonaten weit stärker vom Urlauber- und Tagesausflugsverkehr (in die Skigebiete) belastet wird, werden im Landhaus bereits Überlegungen gewälzt, die dortigen Pkw-Restriktionen fortzuführen bzw. zu verstärken. Fix ist das freilich noch nicht. Doch der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel drängt darauf: „Unser Plan war eigentlich immer, die Verbote für den Winter zu bekommen.“ Dass das Land nun bereits im Sommer tätig wurde, sei überraschend gekommen. Und doch müssten nun auch Maßnahmen für den Winter gesetzt werden – auch was den Rückreiseverkehr betreffe: „Das Land wird uns schon nicht hängenlassen.“ Am besten wäre hier auch eine Sperre der Autobahnauffahrt Kufstein-Nord. Und natürlich die erst am Berliner Gipfel erneut geforderte Vignettenbefreiung bis Kufstein-Süd. „Wenn diese kommt und zu einer spürbaren Entlastung führt, werden die Dosierampeln nicht mehr maßgeblich sein“, mutmaßt Krumschnabel.

Indes ist der Lkw-Transitverkehr am Brenner im Juli auf ein neues Hoch geklettert. 231.000 Lkw vermeldet die Asfinag – plus 6,4 Prozent. Ausgerechnet im ersten Ferienmonat waren das so viele Lkw wie noch nie in diesem Jahr.