Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Bezirk Landeck

Abriss für Schwarzbau in Pfunds angeordnet

Der Abbruchbescheid für einen Stall in Pfunds ist rechtskräftig. Ein Gemeinderat hatte ihn ohne Genehmigung errichtet.



Von Matthias Reichle

Pfunds – „Es ist fix, dass er abreißen muss“, erklärt der Bürgermeister Rupert Schuchter auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Seit Kurzem ist der Abbruchbescheid, den der Dorfchef für einen Stall ausgestellt hat, rechtskräftig. Der Fall sorgte vor zweieinhalb Jahren in der Obergrichter Gemeinde für einigen Ärger – die Tiroler Tageszeitung berichtete. Ein Gemeinderat hatte das 14 mal 19 Meter große Gebäude nach Weihnachten 2016 ohne Baugenehmigung errichtet.

Er wurde vom Bürgermeister aufgefordert, die Arbeiten einzustellen, als das nicht fruchtete, folgte die Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Landeck – so schilderte der Dorfchef die Vorgänge damals seinen Gemeinderäten. Eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht gegen den Abbruchbescheid sei zuletzt aufgrund einer versäumten Frist abgelehnt worden. „Somit ist er verpflichtet, das abzureißen“, erklärt Schuchter den weiteren Weg. Wenn das in einer gewissen Zeit nicht passiere, gehe die Zuständigkeit an die Bezirksverwaltungsbehörde über, die das dann weiterverfolge.

Es gab Versuche, den Schwarzbau zu sanieren, betont der Bürgermeister. Nach der Baueinstellung habe er dem Bauwerber eine Frist gegeben, in der dieser sein Projekt nachträglich einreichen konnte. „Das Bauansuchen konnte ich nicht recht behandeln, weil der Abstand nicht gepasst hat“, so Schuchter. Eine Bebauungsplanänderung war schließlich im Gemeinderat abgelehnt worden. Es habe dann weitere Lösungsversuche gegeben – etwa ein Umbau des Gebäudes mit einer Betonmauer an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn. „Da hätte es die Unterschrift des Nachbarn gebraucht, weil mehr als die Hälfte der gemeinsamen Grundgrenze betroffen ist“, erklärt Schuchter. Zu dieser Einigung sei es nicht gekommen. „Daraufhin musste ich den Abbruchbescheid hinauslassen.“

Das Klima im Gemeinderat dürfte das nicht belasten. Der betroffene Mandatar gehört einer oppositionellen Liste an. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit“, erklärt der Bürgermeister. „Ich habe ihm immer erklärt, dass ich das weiterverfolgen muss, sonst begehe ich einen Amtsmissbrauch.“

Der Betroffene selbst betont gegenüber der Tiroler Tageszeitung, er möchte erst ausführlich Stellung nehmen, wenn das Ganze abgehandelt sei. Auf die Frage, ob der Bescheid nun rechtskräftig ist, erklärte er nur kryptisch: „Das weiß ich nicht.“ Er sei sich seiner Schuld bewusst – „das war ich von Anfang an. Was danach passiert ist, war einseitig.“ Dass er etwas gebaut habe, was rechtlich nicht richtig war, sei ihm klar. Er sei aber nach wie vor darum bemüht, eine Lösung zu finden. „Es ist bebaubares, gewidmetes Land.“ Auch er erklärt, dass das Klima im Gemeinderat nicht schlecht sei. „Ich habe einen guten Kontakt zum Bürgermeister.“




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