Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Schwaz

Freie Mandatare kämpfen in Schwaz mit harten Bandagen

„Von meiner Seite wird es auch weiterhin keine Zusammenarbeit mit der FPÖ oder Herrn Kranzl geben.“ - Albert Polletta 
(Freier Mandatar)

© Dähling„Von meiner Seite wird es auch weiterhin keine Zusammenarbeit mit der FPÖ oder Herrn Kranzl geben.“ - Albert Polletta 
(Freier Mandatar)



Von einer ruhigen Sommerzeit kann man im Schwazer Gemeinderat nicht sprechen. Denn dort rumort es gerade. Zumindest, was die FPÖ und zwei ihrer ehemaligen Mitglieder angeht. Benjamin Kranzl ist nach dem Ableben des Schwazer FPÖ-Spitzenmanns Edi Rieger als freier Mandatar in den Gemeinderat nachgerückt. Hinter ihm ist Albert Polletta als Ersatz-Gemeinderat gelistet. Auch er ist freier Mandatar.

Die Stimmung zwischen den beiden scheint nicht die beste zu sein. Denn Kranzl fordert Polletta in einer Mail auf, seine zwei Sitze in den Ausschüssen niederzulegen. „Leider nutzen Sie diese bisher nur, um entweder gegen mich oder unsere ehemalige Partei Stimmung zu machen. Parteipolitische und Gemeinde-Arbeit sieht anders aus", wettert Kranzl in der Mail. So sei keine kons­truktive Arbeit möglich. Die FPÖ ist elfmal in verschiedenen Ausschüssen vertreten, Kranzl zweimal und Polletta ebenfalls zweimal. Kranzl hätte nun gerne, dass Polletta seine zwei Sitze auf ihn und die FPÖ übertrage.

„Sicher nicht" — heißt es von Seiten Pollettas. Er pocht auf seine Expertise im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Ein Rücktritt von den Ausschüssen komme für ihn nicht in Frage. „Von meiner Seite wird es auch weiterhin keine Zusammenarbeit mit der FPÖ oder Herrn Kranzl geben", stellt Polletta klar. Wie Kranzl dazukomme, ihm die Ausschussarbeit abzuerkennen, verstehe er nicht.

Auf Nachfrage der TT erklärt Kranzl, dass er eine „gerechte" Aufteilung der Ausschusssitze mit einer „guten Trennlinie" zwischen den drei Parteien wolle. Im Hintergrund rumort die Gerüchteküche. Es heißt, dass der Nächstgereihte hinter Polletta Kranzl nahestehe. Zudem wird gemunkelt, dass FPÖ-StR Emil Danler sein Mandat zurücklegen wolle. „Das stimmt nicht", sagt Danler auf TT-Anfrage. Er will seine Wohnung verkaufen — „vielleicht ist das der Grund für die Gerüchte". Er bleibe aber in Schwaz und im Gemeinderat. Frisch verheiratet wolle er nur seine „Singlemännerhöhle" gegen etwas Größeres tauschen.

FPÖ-Stadtparteiobfrau und GR Eva-Maria Moser versteht die plötzliche Aufforderung Kranzls nicht. „Mit uns wurde da nichts abgesprochen. Die Zusammenarbeit ist mit beiden schwierig. Wir haben uns von Kranzl und Polletta nicht im Guten, sondern wegen schwerwiegender Vorfälle getrennt", sagt sie und betont: „Ich würde nie für einen von beiden Partei ergreifen." (emf)




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