Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Bezirk Imst

Wirbel um Holzwirtschaft der Gemeinde Haiming

Die Liste Fritz prangert das Bewirtschaftungsübereinkommen zwischen Haiming und der Agrargemeinschaft Ochsengarten an.

Das Bewirtschaftungsübereinkommen der Gemeinde Haiming mit seiner Gemeindegutsagrar Ochsengarten in Sachen Holzwirtschaft wirbelt aktuell politischen Staub auf. Die Liste Fritz bringt eine Anfrage ein.

© Thomas Böhm / TTDas Bewirtschaftungsübereinkommen der Gemeinde Haiming mit seiner Gemeindegutsagrar Ochsengarten in Sachen Holzwirtschaft wirbelt aktuell politischen Staub auf. Die Liste Fritz bringt eine Anfrage ein.



Von Thomas Parth

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Haiming, Ochsengarten – Die Gemeinde Haiming hat mit der Gemeindegutsagrar Ochsengarten im Herbst 2016 einen Vertrag über die Holzbewirtschaftung abgeschlossen. „Ein derartiges Bewirtschaftungsübereinkommen ist gesetzlich möglich“, informiert LA Markus Sint von der Liste Fritz, aber: „Wir haben nicht zehn Jahre dafür gekämpft, die Causa rund um die Agrargemeinschaften offenzulegen, um jetzt in zweiter Front erneut mitansehen zu müssen, wie die Gelder der Gemeinden verschoben werden.“

Bürgermeister Josef Leitner hatte zwischen 2014 und 2016 die Substanzverwaltung der AG Ochsengarten inne und sieht sich keiner Schuld bewusst. „Damals habe ich gemerkt, dass das wohl einiges an Arbeit ist“, so Leitner im TT-Telefonat: „Nach den 2016er-Wahlen habe ich die Substanzverwaltung abgegeben. Die Wahl fiel einstimmig auf meinen Bruder Hubert, der sich als Landwirt in der Materie auskennt.“

Hubert Leitner ist Haiminger Gemeinderat, Mitglied der AG (Agrargemeinschaft) Ochsengarten und seit 2016 AG-Substanzverwalter: „Es ist richtig, dass die Gemeinde die Holzwirtschaft 2016 der Agrar übergeben hat. Dafür hat die AG auch 30.000 Euro an Startbeihilfe von der Gemeinde erhalten, die darüber hinaus auch auf den Gemeindeanteil aus den Holzverkäufen, den so genannten Überling, verzichtet hat.“ Beides lässt bei der Liste Fritz die Alarmglocken schrillen.

Fest stand damals bereits, dass der Wald einiges an Sanierungsbedarf aufweist. „Darum hat man die Starthilfe für die Aufforstung zweckgebunden“, weiß der BM Leitner.

Das Bewirtschaftungsübereinkommen sei jüngst beidseitig aufgekündigt worden, da sich die Bezirksforstinspektion vergaloppiert habe und der Hiebsatz um die Hälfte zurückgefahren werden musste.

Die Liste Fritz bringt neben der „Starthilfe“ auch einen Grundstücksverkauf ins Spiel. So habe der Verzicht auf die Holz- und Weiderechte 27.000 Euro in die Kassen der Agrar gespült. BM Leitner dazu: „Seit gut 50 Jahren wird in Haiming – im Talgrund – so verfahren, dass bei Grundstücksverkäufen ein Hälfteanteil von 30 Euro pro Quadratmeter ausbezahlt wird. Diesen Usus hat man auch auf die Agrargemeinschaft Ochsengarten angewandt. Wir haben nichts falsch gemacht.“ Er sehe den Anschuldigungen „einer aussterbenden politischen Rasse“ (der Liste Fritz; Anm.) gelassen entgegen: „Das ärgert mich nicht!“

LA Markus Sint kündigt an, die Vorgänge in Haiming in einer politischen Anfrage in den Herbstlandtag einbringen zu wollen.