Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.08.2019


Bezirk Schwaz

Schwierige Situation für Dampfzug zum Achensee

Die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Firmenbuch ist Voraussetzung für die schon vor Monaten versprochene Finanzhilfe durch das Land.

Mit Personalmangel hatte die Achenseebahn in den vergangenen Wochen zu kämpfen. Zwei Dampfloks sind momentan betriebsbereit.

© zwicknaglMit Personalmangel hatte die Achenseebahn in den vergangenen Wochen zu kämpfen. Zwei Dampfloks sind momentan betriebsbereit.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Geld vom Land hat die Achenseebahn noch nicht bekommen. Zwar gibt es Beschlüsse über die Unterstützung mit 1,2 Millionen Euro, jetzt braucht es nach der Kapitalerhöhung die Eintragung ins Firmenbuch. Noch nicht festgelegt ist auch der Termin für die Hauptversammlung, die im September stattfinden sollte. „Vorbedingung ist die Bilanzprüfung, dann muss es zu einer Aufsichtsratssitzung kommen“, sagt Vorstand Georg Fuchshuber, der schwierige Monate hinter sich hat. Denn an manchen Betriebstagen fuhren statt sechs nur vier Züge Richtung Achensee. Und er gibt zu, dass es hie und da auch nur drei waren.

Weil die Personaldecke so dünn ist, agierten Fuchshuber selbst und Rudolf Sommerer, der Stellvertreter des Vorsitzenden, als Zugbegleiter. „Die Schwierigkeiten gibt es deshalb, weil eine Personalgeneration fehlt“, sagt der Vorstand. Improvisieren heiße es seit fünf Jahren. „Ich hoffe, dass ich die Saison vernünftig zu Ende führen kann“, meint Fuchshuber auf Anfrage der TT. Eine Dampflokführerausbildung dauere zwei Jahre. In der Bilanz für das Jahr 2018 hofft er auf ein kleines Plus wie in den Vorjahren.

„Welche Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren zu setzen sind, wissen wir nach eingehender Prüfung“, betont Ekkehard Allinger-Csollich, der Leiter der Verkehrsplanung im Amt der Tiroler Landesregierung. Schwerpunkte der Investitionen sind nach seiner Aussage die Flachstrecke zwischen Eben und Seespitz, die Ausweiche in Eben und der Bahnhof Jenbach. Ein Projekt Elektrifizierung spiele momentan keine Rolle. „Das zugesagte Geld liegt auf einem Sperrkonto. Wir warten auf die Firmenbucheintragung“, verrät der Verkehrsplaner. Ihm ist klar, dass über mehrere Jahre in siebenstelliger Höhe geholfen werden müsse. Fahrzeuge und Strecke hat er dabei im Fokus.

Mit Personalmangel hatte die Achenseebahn in den vergangenen Wochen zu kämpfen. Zwei Dampfloks sind momentan betriebsbereit.
Mit Personalmangel hatte die Achenseebahn in den vergangenen Wochen zu kämpfen. Zwei Dampfloks sind momentan betriebsbereit.
- zwicknagl

„Ich bin froh, dass die Kapitalerhöhung über die Bühne ging“, meint der AB-Aufsichtsrat und Jenbacher Bürgermeister Dietmar Wallner. Die Potenzial-Analyse des Landes kenne er noch nicht. Am Weiterbestehen der Bahn werde gearbeitet, das Wie dringe aber noch nicht nach außen. Für ihn ist die Achenseebahn ein Betrieb, der identitätsstiftend sei. Die letzte Aufsichtsratssitzung habe es Mitte Mai gegeben.

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Derzeit wird der Betrieb mit zwei Loks geführt. „Die Lok 3 wollte ich eigentlich bis Ende August zusammenbauen lassen. Das wird sich aber nicht mehr ausgehen“, sagte Fuchshuber vor wenigen Tagen.