Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.08.2019


Innsbruck

Leistbares Wohnen: Georg Willi über FPÖ-Stimmverhalten sauer

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne).

© Foto TT/Rudy De MoorInnsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne).



BM Georg Will­i „ärgerte sich" laut eigener Aussage in der jüngsten Stadtsenatssitzung über das Stimmverhalten der FPÖ. „Es ging um den Kaufvertrag zwischen der Stadt Innsbruck und der Neuen Heimat Tirol für ein Baufeld am Campagne-Areal samt Rückkaufoption für die Stadt." In Summe sollen am Campagne-Areal rund 1000 neue Wohnungen entstehen. „Wer ist dagegen? Die FPÖ mit Rudi Federspiel an der Spitze", sagt Willi. Der anfügt: „Wenn wir von leistbarem Wohnen im Neubaubereich in Innsbruck reden, dann reden wir von Mietpreisen zwischen 7,50 und 9 Euro bei der Übergabe von Neubauwohnungen samt Betriebskosten und Tiefgarage. Bestens ausgestattete Wohnungen, die im Sommer schön kühl und im Winter wohlig warm sind. Und die FPÖ lehnt das ab, weil dort vielleicht Menschen wohnen könnten, die zwar schon lange auf der Vormerkliste der Stadt Innsbruck stehen, aber möglicherweise nicht österreichische Staatsbürger sind, wie es die FPÖ gerne hätte."

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Dass diese Haltung mit EU-Recht unvereinbar ist, sei den Freiheitlichen egal. „Damit ja kein ?Ausländer' in eine leistbare Wohnung kommt, stimmt die FPÖ generell gegen leistbares Wohnen für alle", kritisiert Willi „die Politik der angeblich sozialen Heimatpartei". Die FPÖ grenze mit dieser Wohnungspolitik aus und verhindere — wenn man es zu Ende denke — leistbares Wohnen für alle, die sich am Wohnungsmarkt besonders schwertun.

FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel sieht die Sachlage anders. Er sagt, man sei für sozialen Wohnbau und habe auch nichts gegen die Neue Heimat. „Aber das Campagne-Areal ist viel zu stark verdichtet. Hier entsteht ein neues Ghetto und da sind wir absolut dagegen." Sozialen Wohnbau befürworte er, jedoch nur „in verträglichem Ausmaß". Außerdem müssten die Kriterien zur Vergabe der Wohnungen geändert werden, „dass auch endlich Einheimische zum Zug kommen". (mw)