Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Innsbruck

Tor zu Busgarage in Innsbruck scheint noch nicht geschlossen

Für Innsbruck möchte im Fall einer Garage die freien Flächen dem Hofgarten zurückgeben. Die NEOS fordern „endlich Konzepte“.

Darüber, wo in Zukunft Reisebusse in Innsbruck parken sollen, wird weiter heftig diskutiert.

© Linda Rieser / TTDarüber, wo in Zukunft Reisebusse in Innsbruck parken sollen, wird weiter heftig diskutiert.



Innsbruck – Ganz ist der Rollbalken für eine mögliche Busgarage beim MCI noch nicht heruntergefahren. Wie berichtet, gibt es noch keinen Beschluss zur oberirdischen Busparkplatz-Lösung von BM Georg Willi. Der Stadtsenat nahm nur den Verhandlungsstand mit dem Bund zur Kenntnis – bei Enthaltung von Für Innsbruck (FI).

Dort kämpft man weiter für die Lösung mit einer Busgarag­e. „Das ist unser­e Nummer-1-Option“, sagt Klubobmann Lucas Krackl, der im Fall einer Garage dem Hofgarten die Fläche, auf der die oberirdischen Parkplätze kommen sollen, zurückgeben möchte. „Der Vorteil eine­r Garage wäre auch, dass es dort nie so kalt oder heiß wird, dass die Busse die Motoren laufen lassen, was ja stets eine Angst der Anrainer ist.“

Dem Oberflächenparkplatz eine Absage erteilen auch die NEOS. „Das Zubetonieren beim Hofgarten ist für uns ein No-Go“, stellt Landessprecher Dominik Oberhofer klar. Parteikollegin und Innsbrucker Gemeinderätin Julia Seidl erklärt, mit einer Garage „eher leben zu können, da wenigstens dann der Fußballplatz draufkommt“. Die Parkgebühr für Busse müss­e jedenfalls kräftig angehoben werden. „Aktuell 35 Eur­o ist ein Witz.“ Mindestens das Doppelte müsse für den Luxus, den Bus im Zentrum parken zu können, verlangt werden. Seidl wirft schließlich nochmals die Frage auf, ob es denn nicht grundsätzlich besser wäre, in der Innenstadt auf einen Busparkplatz zu verzichten. „Es bräuchte halt endlich mal Konzepte für die möglichen Varianten, aber Bürgermeister Willi legt hier nichts auf den Tisch“, bedauert Seidl. Oberhofer ergänzt leicht euphorisch: „Wir sind offen für alle innovativen Ideen. Wir könnten uns auch vorstellen, dass die Busse außerhalb parken und die Gäste mit Gondeln in die Stadt gebracht werden.“

Das wäre auch FI noch lieber als der Oberflächenparkplatz. Doch eine Mehrheit von FI, FPÖ und NEOS reicht noch immer nicht im Gemeinderat aus. Schon seit einiger Zeit hat sich die Wirtschaftskammer zu dem Thema positioniert. Karl Ischia, Obmann der Wirtschaftskammer-­Bezirksstelle Innsbruck-Stadt: „Den Plänen, Reisebussen künftig nur noch Parkflächen in der Peripherie der Stadt zur Verfügung zu stellen, ist weiterhin eine klare Absage zu erteilen.“ Ein großer zentraler Busparkplatz für Reisebusse sei „unerlässlich“.

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