Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.08.2019


Landespolitik

Politik in Kürze: Dornauer wieder in Verlegenheit

Wegen eines Interviews in der rechten Postille „Info Direkt“ steht der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer wieder in der Kritik.

© Vanessa Rachlé / TTWegen eines Interviews in der rechten Postille „Info Direkt“ steht der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer wieder in der Kritik.



Ab 1. Jänner kommt es zur endgültigen Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Die Tiroler Gebietskrankenkasse wird dann eine Landesstelle, doch personell dürfte sich nicht viel verändern. Denn es zeichnet sich ab, dass der bisherige Landesdirektor Arno Melitopulos in dieser Funktion bestätigt wird. Und nicht nur das: Melitopulos macht innerhalb der ÖGK einen Karrieresprung und wird in der Gesundheitskasse für die Personalagenden in ganz Österreich zuständig sein und diese Aufgabe dezentral von Innsbruck aus wahrnehmen.

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Mit einem Interview in der rechten Postille Info Direkt sorgt SP-Chef Georg Dornauer wieder einmal für Schlagzeilen. Laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands kleidet die Postille klassisch rechtsextreme Weltanschauung in ein modernes Gewand. Die Anfrage per Telefon soll drei oder bis zu vier Wochen her sein. Der SPÖ-Chef meinte auf Anfrage der TT: „Ich lasse mich von dem Magazin sicher nicht als Feigenblatt missbrauchen." Dornauer betont, dass er selbstverständlich Interviewanfragen von allen Medien beantworte: „Schließlich war ich lange genug Pressesprecher. Ich weiß, was sich gehört." Er, so Dornauer, habe Info Direkt aber nicht gekannt bzw. auf seinem Radar gehabt und inhaltlich klar sozialdemokratische Positionen vertreten. „Mit der Geisteshaltung und dem Umfeld des Magazins habe ich aber nichts zu tun." Intern wird er jedoch massiv dafür kritisiert, dass er ein extrem rechtes Medium pusht, von dem die SPÖ stets eine klare Distanzierung fordert.

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Für die grüne Tiroler Nationalratsspitzenkandidatin Barbara Neßler ist Dornauer hingegen nicht mehr tragbar. „Wann ziehen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und SP-Spitzenkandidatin Selma Yildirim endlich die Reißleine?", fragt sich Neßler.

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Angesicht der Absage von Tirols ÖVP-Arbeitnehmerchefin LR Beate Palfrader und AK-Präsident Erwin Zangerl betont der freiheitliche Parteiobmann Markus Abwerzger, „dass beide immer gegen eine bürgerliche Regierung auf Bundes- und Landesebene waren". Für ihn werden die Befürworter eines Linkskurses in der ÖVP und einer schwarz-grünen Koalition immer mehr. „Die Österreicher haben aber keine Tiroler Verhältnisse auf Bundesebene verdient", erklärte Abwerzger. (pn)

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