Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.08.2019


Bezirk Schwaz

Kinder-Reha in Wiesing: Jugendanwältin Harasser hat Bedenken

Am Mittwoch sollen die 15 Gemeinderäte über die Änderung der Flächenwidmung für die geplante Kinder-Rehabilitationseinrichtung und den Bebauungsplan dafür abstimmen.

Geplanter Standort Kinder-Reha Wiesing.

© DählingGeplanter Standort Kinder-Reha Wiesing.



Von Angela Dähling

Wiesing – Mit Spannung wird die heutige Gemeinderatssitzung in Wiesing erwartet. Spannend schon deshalb, ob sich die bisherige Tagesordnung noch ändert oder nicht. Denn heute sollen die 15 Gemeinderäte über die Änderung der Flächenwidmung für die geplante Kinder-Rehabilitationseinrichtung und den Bebauungsplan dafür abstimmen. Wie berichtet, müsste aufgrund der Messwerte eines vom Land Tirol in Auftrag gegebenen Lärmgutachtens die Südostfassade der Kinder-Reha in geschlossener Form errichtet werden. Also mit Fenstern, die sich nicht öffnen lassen.

Kinderanwältin Elisabeth Harasser hält den Standort für die Kinder-Reha nicht für optimal.
Kinderanwältin Elisabeth Harasser hält den Standort für die Kinder-Reha nicht für optimal.
- Land Tirol

Der Verein „Transitforum Xund’s Leben im Alpinen Raum“ hat inzwischen in einem Schreiben an die Gemeinde appelliert, die beiden Punkte von der Tagesordnung zu nehmen – auch weil ein ärztliches Gutachten zur Bewertung des Standortes im Hinblick auf die besondere Sensibilität dieser medizinischen Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und seelischen Gebrechen fehle. Zudem seien neben dem Straßenlärm auch die Immissionen des Gesteinsabbaus im Bereich Tiergarten zu bedenken. Transitforumsobmann Fritz Gurgiser: „Das ist das Schlimmste, womit ich mich persönlich seit 9. Jänner 1987 befasst habe. So mit schwerstbelasteten Kindern umzugehen, in einem Land, das sich alles leisten kann – das ist derart unglaublich, dass es für kaum jemanden mehr zu fassen ist.“ Laut Gurgiser werde mit allen Mitteln versucht, einen unpassenden Standort als passend hinzustellen.

Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser kennt als gebürtige Schwazerin das geplante Kinder-Reha-Areal und war unlängst wieder dort. Auch sie befindet: „Optimal ist dieser Standort nicht. Man sollte sich die besondere Situation der Kinder, die dort untergebracht werden, vor Augen führen und sich überlegen, ob das wirklich der richtige Platz für sie ist“, meint sie. Eine Kinder-Reha brauche man in Westösterreich allerdings dringend. Und vielleicht auch Kompromisse.

Gestern Abend (nach Redaktionsschluss) befasste sich der Wiesinger Bauausschuss nochmals mit dem Thema.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren


Schlagworte