Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.08.2019


Osttirol

Nach Heli-Gipfel: Weiterhin Kritik an Versorgung in den Tälern

Der grüne Bezirkssprecher Haidenberger fordert für Osttirol Primärversorgungseinheiten. Das Land sei zu lange damit säumig.

Der Christophorus 7 des ÖAMTC in Osttirol fliegt im Sommer neben Interhospitaltransporten auch viele Einsätze in Kärnten.

© OblasserDer Christophorus 7 des ÖAMTC in Osttirol fliegt im Sommer neben Interhospitaltransporten auch viele Einsätze in Kärnten.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Nach dem Hubschrauber-Gipfel in Innsbruck mit allen sieben Flugrettungsunternehmen haben Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) am Montag verlautbaren lassen, dass „die Flugrettung weiterhin auf bewährtem Kurs“ sei.

Für die Grünen meldete sich gestern deren Osttiroler Bezirkssprecher Thomas Haidenberger in einer Aussendung zu Wort. Das andauernde Heli-Hickhack lenke vom eigentlichen Problem ab, befindet Haidenberger. „Es muss die Zukunft der medizinischen Versorgung in den Tälern gesichert werden.“ Dazu sei die Einrichtung von Primärversorgungseinheiten (PVE) notwendig, das Land sei in dieser Angelegenheit säumig. Im regionalen Strukturplan Gesundheit sei Osttirol als Pilotregion festgelegt worden, in Tirol sollte es bis zum Jahr 2021 sechs PVE geben. „Inzwischen ist fast die Hälfte der Zeit verstrichen, aber PVE gibt es im Land Tirol nach wie vor keine, für Osttirol nicht einmal konkrete Planungen“, kritisiert der Grünen-Bezirkssprecher.

Primärversorgungseinheiten sehen die Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten in Gruppenpraxen oder in Netzwerken vor. Sie sollen in Zukunft eine tragende Säule in der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum darstellen. Allerdings ist Voraussetzung, dass jeder teilnehmende Mediziner über eine Kassenstelle verfügen muss. Haidenberger schlägt der Gebietskrankenkasse vor, Kassenverträge nicht allein von den Buchstaben des Gesetzes abhängig zu machen. „Geringe Entfernungen helfen wenig, wenn dazwischen ein Gebirgszug liegt.“

Für LA Markus Sint (Liste Fritz) steht fest, dass „Landesrat Tilg und der Obmann des Bezirkskrankenhausverbandes Köll eine funktionierende Patientenversorgung über den Notarztverband Osttirol im Iseltal zerschlagen“ hätten. Dem widerspricht Andreas Huber aus dem Büro des Landesrates vehement: „Es hat keinen Deal gegeben.“ Man habe mit dem „Boden-Luft-System“ lediglich die bröckelnde Versorgung im Iseltal sicherstellen wollen.

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NR Gerald Hauser (FPÖ) sagt, Osttirol dürfe nicht zu einem „rettungstechnischen Versuchsobjekt“ degradiert werden. Ein „halber Rettungshubschrauber“ des ÖAMTC im Sommer sei nicht tragbar.