Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.08.2019


Bezirk Imst

Illegal betriebene Bodenaushubdeponie in Ochsengarten vermessen

Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat Vermessungsdaten der Agrargemeinschaft Ochsengarten zur Kenntnis gebracht.

Die umstrittene Deponie in Ochsengarten umfasst 4500 Kubikmeter, wie die BH Imst nun festgestellt hat.

© DornDie umstrittene Deponie in Ochsengarten umfasst 4500 Kubikmeter, wie die BH Imst nun festgestellt hat.



Von Agnes Dorn

Haiming – Für die seit 19 Jahren illegal betriebene Bodenaushubdeponie auf einem Grundstück der Gemeindegutsagrargemeinschaft Ochsengarten hat die Bezirkshauptmannschaft nun die Kubatur erhoben. So wurde zunächst die Fläche der Deponie vermessen und entsprechend auf 1600 Quadratmeter festgelegt. Dann wurde auf Grund des zu vermutenden „Urgeländes“ im Unterschied zum jetzigen Zustand erhoben und dadurch die abzutransportierende Kubatur ermessen. Das Vermessungsergebnis von 4500 Kubikmetern Bodenaushubmaterial liegt nun vor und wurde der GGAG, sprich Substanzverwalter GR Hubert Leitner, nun zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Dieser habe nun das Recht, sich bis Ende August zu dem Ergebnis zu äußern, wie von der zuständigen Behörde zu erfahren ist.

Dies werde im Bescheid berücksichtigt, der für Anfang September erwartet werden darf. Die Agrargemeinschaft selbst ist indes auch nicht untätig gewesen, wie Leitner berichtet. „Wir sind gerade dabei, aus verschiedenen Baubescheiden dieser Jahre Unterlagen zusammenzusuchen“, erklärt der seit 2016 von der Gemeinde eingesetzte Substanzverwalter. „Wir wollen wissen, in welchen Zeitabschnitten welche Mengen angeliefert wurden. Baubescheide sind da nur eine der Möglichkeiten“, gibt sich Leitner reserviert. Auf die Frage nach der Kubatur, die bereits von der Bezirkshauptmannschaft festgelegt wurde, relativiert er: „Etwas ist festgelegt, aber da ist die legale Zeit auch dabei. Wir werden nicht etwas wegführen, was legal abgelagert wurde.“ Deshalb wolle man nun die Mengen den Jahren zuordnen, so Leitner weiter. Der Zeitpunkt der Ablagerungen ist jedoch nicht nur für die Frage nach der Legalität der jeweiligen Mengen interessant, sondern auch für etwaige Verwaltungsstrafen. Denn diese könnten „nach Maßgabe der eigenen Schuld“ jeweils auch frühere Organe der Agrargemeinschaft treffen. Doch: „Es geht primär darum, den gesetzmäßigen Zustand wieder herzustellen.“ Erst danach werde es zu Einvernahmen kommen, so die Behörde weiter.

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