Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.08.2019


Bezirk Reutte

Fahrverbote im Außerfern für zu laute Fahrzeuge?

In einem offenen Brief fordert ein Pinswanger die Koppelung von Fahrverboten an das angegebene Grundgeräusch in der Zulassung.

Hochtourig gefahrene Rennmaschinen erzeugen besonders viel Lärm. Eine neue Idee für Fahrverbote wird jetzt ins Spiel gebracht.

© Charly WinklerHochtourig gefahrene Rennmaschinen erzeugen besonders viel Lärm. Eine neue Idee für Fahrverbote wird jetzt ins Spiel gebracht.



Von Simone Tschol

Pinswang, Außerfern – Bereits im Vorjahr verordnete das Land etliche neue Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote, um die Verkehrssicherheit im Außerfern zu steigern und gleichzeitig den Lärm zu reduzieren. In einem offenen Brief, der auch an das Land Tirol ging, bringt der Pinswanger Harald Fellner, selbst Motorradfahrer, eine neue Anregung in die Diskussionen ein. „Eine Geschwindigkeitsreduktio­n bringt vom Lärm wenig, weil dann erfahrungsgemäß in einem niedrigeren Gang hochtouriger gefahren wird“, ist Fellner sicher. Tempobeschränkungen würden für alle Fahrzeuge gelten, egal ob laut oder leise, normaler Pkw oder Sportwagen. Fellner: „Es gibt doch für alles Verkehrszeichen: maximale Breite, Höhe, Gewicht etc. Warum gibt es so was nicht auch für den Lärm? In jeder Zulassung ist das Grundgeräusch (Dezibel) angeführt. Wenn dieses über einem – natürlich noch festzulegenden – Wert ist, darf man einfach bestimmte Straßen nicht mehr befahren. Als fiktives Beispiel: Fahrverbot ab 90 Dezibel. So trifft es automatisch die richtig lauten Fahrzeuge (Motorräder, Sportwagen etc.). Für die Exe­kutive wäre dies auch ohne große Gerätschaft leicht zu überprüfen und dementsprechend wäre ein Einschreiten möglich“, beschreibt Fellner seine Idee und fügt hinzu: „Empfindliche Strafen sprechen sich außerdem recht schnell weiter.“ Auch die Umsetzung sollte, so der Ideengeber, „politisch normalerweise kein Problem darstellen“. Fellner spricht damit die jüngsten Fahrverbote für den Durchzugsverkehr an.

Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol und ebenfalls Adressat des offenen Briefes des Pinswangers, meint dazu: „Es geht nur zweitrangig darum, was in den Zulassungen als Grundgeräusch steht. Erstrangig geht es darum, was der Lärm von Tausenden Motorrädern in die Umgebung verbringt. Enge, besiedelte Gebirgstäler sind nicht dafür geeignet, den Lärm von Hunderten bis Tausenden Motorrädern pro Tag aufzunehmen. 90 Dezibel in einem dünn besiedelten Flachland werden weit weniger von der Umgebung wahrgenommen als 70 oder 80 Dezibel in engen Gebirgs­tälern, wo der Lärm de facto gefangen bleibt.“